“Adrian Weynfeldt, Mitte fünfzig, Junggeselle, großbürgerlicher Herkunft, Kunstexperte bei einem internationalen Auktionshaus, lebt in einer riesigen Wohnung im Stadtzentrum. Mit der Liebe hat er abgeschlossen. Bis ihn eines Tages eine jüngere Frau dazu bringt, sie - entgegen seinen Gepflogenheiten - mit nach Hause zu nehmen.”
Mehr soll hier nicht verraten werden, eine Inhaltsangabe findet sich schließlich leicht.
Das Buch ist ein echter Pageturner. Warum ist es so bemerkenswert und lesenswert?
Das Buch erzählt vor allem von großer Einsamkeit, in der sich der durch und durch kultivierte Protagonist sogar würdevoll eingerichtet hat. Von seinen sogenannten Freunden lässt er sich ausnehmen, ohne das geringste Gefühl von Erniedrigung zu spüren oder gar mit seiner Situation zu hadern. Bis es zu einem offenen Verrat kommt.
“Wer will schon Gewissheit, wenn es um die Frage Liebe oder Verrat geht?”
Adrian Weynfeldt weiß, was zu tun ist, und er wehrt sich auf seine Weise. Intelligent, unauffällig und zielsicher. Und er wird belohnt.
Und so kommt es, dass man sich nach der Lektüre dabei ertappt, den Titel als “Der große Weynfeldt” in Erinnerung zu behalten.
Nur die letzten Seiten überzeugen nicht ganz. Ansonsten ist das Buch nur empfehlenswert.
Abgesehen von der Geschichte und der brillanten Sprache besticht das Buch durch Einblicke in die Welt der Kunst und Kultur.
Genau genommen sollte man Bücher über Kunstgeschichte, Architektur und Möbeldesign in greifbarer Nähe haben, um sich den kulturellen Detailreichtum und die Eleganz dieser erzählten Welt vor Augen zu führen.
Das geht aber ganz sicher erst, wenn man das Buch ein zweites Mal liest. Beim ersten Mal möchte man nur wissen, wie es weitergeht und wie es endet.
“Der letzte Weynfeldt” von Martin Suter