“Es sagt viel über die Welt aus, mein Kind,
sagte der Vater zu dem Knaben.
dass die Dummen glücklich sind
und die Schlauen Depressionen haben.”
Bücher, Kultur, Kunst, Anarchie
und so Zeug halt
“Es sagt viel über die Welt aus, mein Kind,
sagte der Vater zu dem Knaben.
dass die Dummen glücklich sind
und die Schlauen Depressionen haben.”
“I would not have gotten anywhere near my accomplishments today without the books I pirated. I can’t afford them!”
Anonymous (via)
Der Roman “Luft und Liebe” von Anne Weber erzählt eine so banale wie alte Geschichte über Liebe und Verrat. Was ist Liebe? Ein Produkt der persönlichen Disposition und der Fähigkeit zur Sehnsucht und Phantasie. Wer liebt wen? Da fängt es an, interessant zu werden. Ein Bild, das sich jemand von jemandem macht. Ein Bild, das jemand für jemanden in die Welt setzt und kultiviert. Obsession auf der einen, Kalkül auf der anderen Seite.
Wirklich bemerkenswert und neuartig an dem Roman ist jedoch die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird. Nur bin ich wahrscheinlich eine undankbare Leserin: Was mich anfangs überrascht und beeindruckt hat, verbrauchte sich leider im Laufe der Lektüre als absehbar und fast ein bisschen penetrant. Wie eine durchschaute Erzählmasche. - Fest steht: “Luft und Liebe” ist nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2010.
Anna Gavaldas Roman “Zusammen ist man weniger allein” - die Originalausgabe erschien 2004 unter dem Titel ”Ensemble, c’est tout” - war schon ein Geschenk. Die wunderbar herzerwärmende und auch komische Geschichte von Philibert, Camille, Franck und Paulette ist einfach lesenswert.
Sicher bietet das Buch im Überfluss den Stoff für eine Verfilmung - nicht zuletzt Paris als Schauplatz und die Vorlage für einen klasse Soundtrack. Doch wie groß und angenehm war dennoch die Überraschung, als ich heute unverhoffft den gleichnamigen Film kennengelernt habe. Absolut sehenswert und wie gemacht für etwas trübe Februartage.
Jede Menge Soundtrack-Beispiele aus “Zusammen ist man weniger allein” gibts auf YouTube.
Wer baute das siebentorige Theben?
In den Büchern stehen die Namen von Königen.
Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?
Und das mehrmals zerstörte Babylon -
Wer baute es so viele Male auf? In welchen Häusern
Des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute?
Wohin gingen an dem Abend, wo die die Chinesische Mauer fertig war
Die Maurer? Das große Rom
Ist voll von Triumphbögen. Wer errichtete sie? Über wen
Triumphierten die Cäsaren? Hatte das vielbesungene Byzanz
Nur Paläste für seine Bewohner? Selbst in dem sagenhaften Atlantis
Brüllten in der Nacht, wo das Meer es verschlang
Die Ersaufenden nach ihren Sklaven.
Weiterlesen "Die Könige?"
„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“
— „Du mußt nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.
Franz Kafka - Kleine Fabel
The most thoroughly and relentlessly Damned, banned, excluded, condemned, forbidden, ostracized, ignored, suppressed, repressed, robbed, brutalized and defamed of all Damned Things is the individual human being. The social engineers, statisticians, psychologists, sociologists, market researchers, landlords, bureaucrats, captains of industry, bankers, governors, commissars, kings and presidents are perpetually forcing this Damned Thing into carefully prepared blueprints and perpetually irritated that the Damned Thing will not fit into the slot assigned to it.
Weiterlesen "Passt du in deine Rolle?"

Könnte ein Buch bessser beginnen? Ein Buch, dessen Protagonist Lektor in einem kleinen Verlag ist und dessen Manuskripte mit ihm reden?
Dieser geniale Anfang stammt von Stefano Benni und leitet einen surrealistischen Roman ein, der nicht einfach greifbar ist. Es ist eine Satire über die italienische Gesellschaft, über Korrutpion und Ungerechtigkeit. Es ist die Geschichte eines Mannes, der an seinem Job verzweifelt, ihn aber liebt, ohne Aussicht jemals davon leben zu können. Aber vor allem ist es eine Geschichte über eine Freundschaft jenseits aller Normen.
Weiterlesen "Der schnellfüßige Achilles"

1 Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden.
2 Alle menschlichen Fehler sind Ungeduld, ein vorzeitiges Abbrechen des Methodischen, ein scheinbares Einpfählen der scheinbaren Sache.
3 Es gibt zwei menschliche Hauptsünden, aus welchen sich alle andern ableiten:
Weiterlesen "Kafkas Aphorismen"
In dem Aufsatz “Max Dessoir ueber Anthroposophie”, erschienen in Steiners Aufsatzsammlung “Von Seelenrätseln” (1917), räumt Steiner mit esoterischen Unsinn auf, den der Kritiker Max Dessoir aus seinen Schriften herausgelesen haben will.
Dazu gehört die Annahme, Steiner sei der Überzeugung, “die Seele könne «bei der Wahrnehmung von Farben und Tönen die Vermittlung des Leibes ausschliessen»” - oder anders formuliert: “(…), man könne Farben ohne Augen sehen”.
Weiterlesen "Von Seelenrætseln und Seelenunsinn"
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