<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Netzhæuter &#187; Bücher</title>
	<atom:link href="http://www.netzhaeuter.de/category/bucher/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.netzhaeuter.de</link>
	<description>Bücher, Kultur, Kunst, Anarchie und so Zeug halt</description>
	<lastBuildDate>Sun, 06 Nov 2011 15:33:54 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>Schlaues Gedicht</title>
		<link>http://www.netzhaeuter.de/bucher/schlaues-gedicht</link>
		<comments>http://www.netzhaeuter.de/bucher/schlaues-gedicht#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 15:33:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>netzhaeuter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Betrachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[literatur]]></category>
		<category><![CDATA[marc-uwe kling]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzhaeuter.de/?p=1990</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Es sagt viel über die Welt aus, mein&#160;Kind, sagte der Vater zu dem&#160;Knaben. dass die Dummen glücklich&#160;sind und die Schlauen Depressionen&#160;haben.&#8221; Marc-Uwe&#160;Kling]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a href="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2011/11/das-kaenguru-manifest_plakat_rgb_l.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1994" title="das kaenguru manifest" src="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2011/11/das-kaenguru-manifest_plakat_rgb_l-212x300.jpg" alt="" width="212" height="300" /></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: center;"><span class="dquo">&#8220;</span>Es sagt viel über die Welt aus, mein&nbsp;Kind,</p>
<p style="text-align: center;">sagte der Vater zu dem&nbsp;Knaben.</p>
<p style="text-align: center;">dass die Dummen glücklich&nbsp;sind</p>
<p style="text-align: center;">und die Schlauen Depressionen&nbsp;haben.&#8221;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.marcuwekling.de">Marc-Uwe&nbsp;Kling</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzhaeuter.de/bucher/schlaues-gedicht/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bücher für alle</title>
		<link>http://www.netzhaeuter.de/bucher/bucher-fur-alle</link>
		<comments>http://www.netzhaeuter.de/bucher/bucher-fur-alle#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 01 Oct 2010 08:32:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>anonym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Betrachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[bücher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzhaeuter.de/?p=1978</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;I would not have gotten anywhere near my accomplishments today without the books I pirated. I can’t afford&#160;them!&#8221; Anonymous (via)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><span class="dquo">&#8220;</span>I would not have gotten anywhere near my accomplishments today without the books I pirated. I can’t afford&nbsp;them!&#8221;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: right;">Anonymous (<a href="http://www.nerdcore.de/wp/2010/10/01/anonymous-interview-uber-die-ddos-attacken-auf-die-mpaa-und-riaa/">via</a>)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzhaeuter.de/bucher/bucher-fur-alle/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Luft und Liebe&#8221;</title>
		<link>http://www.netzhaeuter.de/bucher/luft-und-liebe</link>
		<comments>http://www.netzhaeuter.de/bucher/luft-und-liebe#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 20:10:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>unnamed</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzhaeuter.de/?p=1858</guid>
		<description><![CDATA[Der Roman &#8220;Luft und Liebe&#8221; von Anne Weber erzählt eine so banale wie alte Geschichte über Liebe und Verrat. Was ist Liebe? Ein Produkt der persönlichen Disposition und der Fähigkeit zur Sehnsucht und Phantasie. Wer liebt wen? Da fängt es an, interessant zu werden. Ein Bild, das sich jemand von jemandem macht. Ein Bild, das jemand für jemanden in die Welt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Roman <a href="http://www.fischerverlage.de/microsite/autor/anneweber/home">&#8220;Luft und Liebe&#8221; von Anne Weber</a> erzählt eine so banale wie alte Geschichte über Liebe und Verrat. Was ist Liebe? Ein Produkt der persönlichen Disposition und der Fähigkeit zur Sehnsucht und Phantasie. Wer liebt wen? Da fängt es an, interessant zu werden. Ein Bild, das sich jemand von jemandem macht. Ein Bild, das jemand für jemanden in die Welt setzt und kultiviert. Obsession auf der einen, Kalkül auf der anderen&nbsp;Seite.</p>
<p>Wirklich bemerkenswert und neuartig an dem Roman ist jedoch die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird. Nur bin ich wahrscheinlich eine undankbare Leserin: Was mich anfangs überrascht und beeindruckt hat, verbrauchte sich leider im Laufe der Lektüre als absehbar und fast ein bisschen penetrant. Wie eine durchschaute Erzählmasche. - Fest steht: &#8220;Luft und Liebe&#8221; ist nominiert für den <a href="http://www.preis-der-leipziger-buchmesse.de/LeMMon/plb_web_ger.nsf/frames?OpenPage&amp;Code=0x00x20x">Preis der Leipziger Buchmesse&nbsp;2010</a>. </p>
<p><br class="spacer_" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzhaeuter.de/bucher/luft-und-liebe/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zusammen ist man weniger allein</title>
		<link>http://www.netzhaeuter.de/bucher/zusammen-ist-man-weniger-allein</link>
		<comments>http://www.netzhaeuter.de/bucher/zusammen-ist-man-weniger-allein#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 17:36:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>unnamed</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[empfehlenswert]]></category>
		<category><![CDATA[lesenswert]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzhaeuter.de/?p=1798</guid>
		<description><![CDATA[Anna Gavaldas Roman &#8220;Zusammen ist man weniger allein&#8221; - die Originalausgabe erschien 2004 unter dem Titel &#8221;Ensemble, c&#8217;est tout&#8221; -  war schon ein Geschenk. Die wunderbar herzerwärmende und auch komische Geschichte von Philibert, Camille, Franck und Paulette ist einfach&#160;lesenswert. Sicher bietet das Buch im Überfluss den Stoff für eine Verfilmung - nicht zuletzt Paris als Schauplatz und die Vorlage für einen klasse [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anna Gavaldas Roman <a href="http://www.hanser-literaturverlage.de/buecher/buch.html?isbn=978-3-446-20612-0">&#8220;Zusammen ist man weniger allein&#8221;</a> - die Originalausgabe erschien 2004 unter dem Titel &#8221;Ensemble, c&#8217;est tout&#8221; -  war schon ein Geschenk. Die wunderbar herzerwärmende und auch komische Geschichte von Philibert, Camille, Franck und Paulette ist einfach&nbsp;lesenswert.</p>
<p>Sicher bietet das Buch im Überfluss den Stoff für eine Verfilmung - nicht zuletzt Paris als Schauplatz und die Vorlage für einen klasse Soundtrack. Doch wie groß und angenehm war dennoch die Überraschung, als ich heute unverhoffft den gleichnamigen <a href="http://www.zusammen-ist-man-weniger-allein.de/">Film</a> kennengelernt habe. Absolut sehenswert und wie gemacht für etwas trübe&nbsp;Februartage.</p>
<p>Jede Menge <a href="http://www.youtube.com/results?search_query=Ensemble%2C+c%27est+tout&amp;search_type=&amp;aq=f">Soundtrack-Beispiele aus &#8220;Zusammen ist man weniger allein&#8221;</a> gibts auf&nbsp;YouTube.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzhaeuter.de/bucher/zusammen-ist-man-weniger-allein/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Könige?</title>
		<link>http://www.netzhaeuter.de/bucher/lyrik/die-konige</link>
		<comments>http://www.netzhaeuter.de/bucher/lyrik/die-konige#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 13 Feb 2010 22:54:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>anonym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[bertolt brecht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzhaeuter.de/?p=1741</guid>
		<description><![CDATA[Fragen eines lesenden&#160;Arbeiters Wer baute das siebentorige Theben? In den Büchern stehen die Namen von Königen. Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt? Und das mehrmals zerstörte Babylon - Wer baute es so viele Male auf? In welchen Häusern Des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute? Wohin gingen an dem Abend, wo die die Chinesische Mauer fertig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Fragen eines lesenden&nbsp;Arbeiters</h2>
<blockquote>
<h2><a href="http://www.flickr.com/photos/cuellar/244449798/"><img class="alignright size-thumbnail  wp-image-1743" title="Arc de Triomphe" src="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2010/02/Arc-de-Triomphe-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a></h2>
<p>Wer baute das siebentorige Theben?<br />
 In den Büchern stehen die Namen von Königen.<br />
 Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?<br />
 Und das mehrmals zerstörte Babylon -<br />
 Wer baute es so viele Male auf? In welchen Häusern<br />
 Des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute?<br />
 Wohin gingen an dem Abend, wo die die Chinesische Mauer fertig war<br />
 Die Maurer? Das große Rom<br />
 Ist voll von Triumphbögen. Wer errichtete sie? Über wen<br />
 Triumphierten die Cäsaren? Hatte das vielbesungene Byzanz<br />
 Nur Paläste für seine Bewohner? Selbst in dem sagenhaften Atlantis<br />
 Brüllten in der Nacht, wo das Meer es verschlang<br />
 Die Ersaufenden nach ihren Sklaven.<span id="more-1741"></span></p>
<p> Der junge Alexander eroberte Indien.<br />
 Er allein?<br />
 Cäsar schlug die Gallier.<br />
 Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?<br />
 Philipp von Spanien weinte, als seine Flotte<br />
 Untergegegangen war. Weinte sonst niemand?<br />
 Friedrich der Zweite siegte im Siebenjährigen Krieg. Wer<br />
 Siegte außer&nbsp;ihm?</p>
<p> Jeder Seite ein Sieg.<br />
 Wer kochte den Siegesschmaus?<br />
 Alle zehn Jahre ein großer Mann.<br />
 Wer bezahlte die&nbsp;Spesen?</p>
<p> So viele Berichte.<br />
 So viele&nbsp;Fragen.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;">Bertolt&nbsp;Brecht</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzhaeuter.de/bucher/lyrik/die-konige/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>ändere die Richtung</title>
		<link>http://www.netzhaeuter.de/bucher/kurzgeschichten/andere-die-richtung</link>
		<comments>http://www.netzhaeuter.de/bucher/kurzgeschichten/andere-die-richtung#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 10:25:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>netzhaeuter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[fabel]]></category>
		<category><![CDATA[franz kafka]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzhaeuter.de/?p=1724</guid>
		<description><![CDATA[„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p style="text-align: justify;"><a href="http://durak.org/photos/seandreilinger/446822124/"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1723" style="margin-left: 10px;" title="Maus in der Ecke" src="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2010/02/Maus_in_der_Ecke-150x99.jpg" alt="" width="150" height="99" /></a>„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich&nbsp;laufe.“</p>
<p>— „Du mußt nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß&nbsp;sie.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: right;">Franz Kafka - Kleine&nbsp;Fabel</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzhaeuter.de/bucher/kurzgeschichten/andere-die-richtung/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Passt du in deine Rolle?</title>
		<link>http://www.netzhaeuter.de/bucher/romane/passt-du-in-deine-rolle</link>
		<comments>http://www.netzhaeuter.de/bucher/romane/passt-du-in-deine-rolle#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 10:11:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>netzhaeuter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[hagbard celine]]></category>
		<category><![CDATA[humans]]></category>
		<category><![CDATA[individuality]]></category>
		<category><![CDATA[robert anton wilson]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzhaeuter.de/?p=1718</guid>
		<description><![CDATA[The most thoroughly and relentlessly Damned, banned, excluded, condemned, forbidden, ostracized, ignored, suppressed, repressed, robbed, brutalized and defamed of all Damned Things is the individual human being. The social engineers, statisticians, psychologists, sociologists, market researchers, landlords, bureaucrats, captains of industry,  bankers, governors, commissars, kings and presidents are perpetually forcing this Damned Thing into carefully prepared [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><a href="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2010/02/vitruvian.gif"><img class="alignright size-full wp-image-1719" title="vitruvian" src="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2010/02/vitruvian.gif" alt="" width="200" height="200" /></a>The most thoroughly and relentlessly Damned, banned, excluded, condemned, forbidden, ostracized, ignored, suppressed, repressed, robbed, brutalized and defamed of all Damned Things is the individual human being. The social engineers, statisticians, psychologists, sociologists, market researchers, landlords, bureaucrats, captains of industry,  bankers, governors, commissars, kings and presidents are perpetually forcing this Damned Thing into carefully prepared blueprints and perpetually irritated that the Damned Thing will not fit into the slot assigned to it. <span id="more-1718"></span></p>
<p>The theologians call it a sinner and try to reform it The governor calls it a criminal and tries to punish it The psychotherapist calls it a neurotic and tries to cure&nbsp;it.</p>
<p>Still, the Damned Thing will not fit into their&nbsp;slots.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: right;">Never Whistle While You&#8217;re Pissing, by Hagbard Celine, H.M.,&nbsp;S.H.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzhaeuter.de/bucher/romane/passt-du-in-deine-rolle/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der schnellfüßige Achilles</title>
		<link>http://www.netzhaeuter.de/bucher/romane/der-schnellfusige-achilles</link>
		<comments>http://www.netzhaeuter.de/bucher/romane/der-schnellfusige-achilles#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 16:07:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>netzhaeuter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[achilles]]></category>
		<category><![CDATA[buch]]></category>
		<category><![CDATA[franz kafka]]></category>
		<category><![CDATA[freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[italien]]></category>
		<category><![CDATA[lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>
		<category><![CDATA[stefano benni]]></category>
		<category><![CDATA[ulysses]]></category>
		<category><![CDATA[verlag]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzhaeuter.de/?p=1473</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Der Mann mit den Büchern unter dem Arm ging aus dem Haus, und die Welt war nicht&#160;da.&#8221; Könnte ein Buch bessser beginnen? Ein Buch, dessen Protagonist Lektor in einem kleinen Verlag ist und dessen Manuskripte mit ihm&#160;reden? Dieser geniale Anfang stammt von Stefano Benni und leitet einen surrealistischen Roman ein, der nicht einfach greifbar ist. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><span class="dquo">&#8220;</span>Der Mann mit den Büchern unter dem Arm ging aus dem Haus, <br />
und die Welt war nicht&nbsp;da.&#8221;</h2>
<p><img class="size-medium  wp-image-1694 alignright" title="Der schnellfüßige Achilles von Stefano Benni" src="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2010/02/der_schnellfüßige_Achilles_Stefano_Benni-188x300.jpg" alt="" width="188" height="300" /></p>
<p>Könnte ein Buch bessser beginnen? Ein Buch, dessen Protagonist Lektor in einem kleinen Verlag ist und dessen Manuskripte mit ihm&nbsp;reden?</p>
<p>Dieser geniale Anfang stammt von Stefano Benni und leitet einen surrealistischen Roman ein, der nicht einfach greifbar ist. Es ist eine Satire über die italienische Gesellschaft, über Korrutpion und Ungerechtigkeit. Es ist die Geschichte eines Mannes, der an seinem Job verzweifelt, ihn aber liebt, ohne Aussicht jemals davon leben zu können. Aber vor allem ist es eine Geschichte über eine Freundschaft jenseits aller Normen.<span id="more-1473"></span></p>
<blockquote><p><span class="dquo">&#8220;</span>Weißt du, was ein Freund ist? <br />
 Einer, der dich nicht wie einen Rosenkranz betrachtet, <br />
 an dem er seine Absolutionen abzählt,<br />
 sondern als etwas Kompliziertes und Schmerzvolles, <br />
 das gemeinsam mit dir geht,<br />
 etwas, das du nie bis auf den Grund verstehst und das dich&nbsp;durchdringt.&#8221;</p>
</blockquote>
<p>Achilles ist dieser Freund, welcher durch seine Behinderung das Haus nicht verlassen kann und so nur durch seine Phantasien lebt. Ulysses wird sein Draht zur Außenwelt, sie werden sich gegenseitige Inspiration. Was als einseitige E-Mail eines scheinbar Verrückten begann, wird zu einer besonderen Freundschaft, einer Symbiose, einem verträumten hin und her. Manche Passagen werden nur aus Achilles´ Sicht beschrieben, seine Vorstellungen von Ulysses Leben ersetzen die Wirklichkeit. Aber schon Ulysses erlebt seine Welt eher wie einen Traum, in dem Busse eigentlich Lindwürmer sind, die sich durch die Strassen schlängeln und seine Manuskripte mit ihm reden. Zusammen ergibt das Zeitweise einen echten Trip aus&nbsp;Bildern.</p>
<p>Sprachlich ist dieses Buch extrem pointiert und von einer bunten, faszinierenden Bildhaftigkeit geprägt. Es enthält deutlich weniger eine klare Aussage oder Moral als andere Bücher von Benni. Politik kommt nur am Rande in Nebenhandlungen&nbsp;vor.</p>
<p>Einen besonderen Bonuspunkt bekommt Stefano Benni für den Gastauftritt von Franz Kafka, während die Manuskripte mit Ulysses reden und jedes versucht, ihn von der eigenen Qualität zu&nbsp;überzeugen:</p>
<blockquote><p>»Interessiert Sie die Geschichte eines Mannes, der eines Morgens aufwacht und in einen Käfer verwandelt ist?« sagte eine kleine Stimme ganz unten im Brifeumschlag.<br />
 »Herr Kafka, wenigstens Sie sollten keine Witze machen«, stöhnte&nbsp;Ulysses.</p>
</blockquote>
<p>Fazit:&nbsp;Lesenswert.</p>
<h2>Weitere&nbsp;Quellen:</h2>
<ul>
<li><a href="http://www.wagenbach.de/buecher/titel/478-Der_schnellfuessige_Achilles.html">Der schnellfüßige Achilles beim Verlag Klaus&nbsp;Wagenbach</a></li>
<li><a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/612/">Bericht über Stefano Benni bei der&nbsp;lit.Cologne</a></li>
<li><a href="http://www.corinnahein.net/html/achilles.html">Rezension von Corinna&nbsp;Hein</a></li>
<li><a href="http://www.bookreporter.de/kritiken/2398-der-schnellfuessige-achilles">Rezension von Winfried&nbsp;Stanzick</a></li>
<li><a href="http://www.dieterwunderlich.de/Benni_Achilles.htm#com">Rezension von Dieter&nbsp;Wunderlich</a></li>
<li><a href="http://www.stefanobenni.it/">Offizielle Webseite von Stefano Benni</a>&nbsp;(italienisch)</li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stefano_Benni">Wikipedia Artikel zu Stefano&nbsp;Benni</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzhaeuter.de/bucher/romane/der-schnellfusige-achilles/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kafkas Aphorismen</title>
		<link>http://www.netzhaeuter.de/bucher/kafkas-aphorismen</link>
		<comments>http://www.netzhaeuter.de/bucher/kafkas-aphorismen#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 15:06:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>netzhaeuter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[aphorismus]]></category>
		<category><![CDATA[betrachtung]]></category>
		<category><![CDATA[franz kafka]]></category>
		<category><![CDATA[leseprobe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzhaeuter.de/?p=1087</guid>
		<description><![CDATA[Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren&#160;Weg 1 Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu&#160;werden. 2 Alle menschlichen Fehler sind Ungeduld, ein vorzeitiges Abbrechen des Methodischen, ein scheinbares Einpfählen der scheinbaren&#160;Sache. 3 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: left;">Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren&nbsp;Weg</h2>
<p><img class="alignright size-full wp-image-1638" title="Franz Kafka - Schattenbild" src="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2010/01/kafka_schatten5.jpg" alt="" width="200" height="208" /><img src="http://www.kafka.org/img/leer.gif" alt="" width="1" height="20" />1 Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu&nbsp;werden.</p>
<p>2 Alle menschlichen Fehler sind Ungeduld, ein vorzeitiges Abbrechen des Methodischen, ein scheinbares Einpfählen der scheinbaren&nbsp;Sache.</p>
<p>3 Es gibt zwei menschliche Hauptsünden, aus welchen sich alle andern ableiten: <span id="more-1087"></span>Ungeduld und Lässigkeit. Wegen der Ungeduld sind sie aus dem Paradiese vertrieben worden, wegen der Lässigkeit kehren sie nicht zurück. Vielleicht aber gibt es nur eine Hauptsünde: die Ungeduld. Wegen der Ungeduld sind sie vertrieben worden, wegen der Ungeduld kehren sie nicht&nbsp;zurück.*</p>
<p>4 Viele Schatten der Abgeschiedenen beschäftigen sich nur damit die Fluten des Totenflusses zu belecken, weil er von uns herkommt und noch den salzigen Geschmack unserer Meere hat. Vor Ekel sträubt sich dann der Fluß, nimmt eine rückläufige Strömung und schwemmt die Toten ins Leben zurück. Sie aber sind glücklich, singen Danklieder und streicheln den&nbsp;Empörten.</p>
<p>5 Von einem gewissen Punkt an gibt es keine Rückkehr mehr. Dieser Punkt ist zu&nbsp;erreichen.</p>
<p>6 Der entscheidende Augenblick der menschlichen Entwicklung ist immerwährend. Darum sind die revolutionären geistigen Bewegungen, welche alles frühere für nichtig erklären, im Recht, denn es ist noch nichts&nbsp;geschehn.</p>
<p>7 Eines der wirksamsten Verführungsmittel des Bösen ist die Aufforderung zum Kampf. Er ist wie der Kampf mit Frauen, der im Bett&nbsp;endet.*</p>
<p>8/9 Eine stinkende Hündin, reichliche Kindergebärerin, stellenweise schon faulend, die aber in meiner Kindheit mir alles war, die in Treue unaufhörlich mir folgt, die ich zu schlagen mich nicht überwinden kann, vor der ich aber, selbst ihren Atem scheuend, schrittweise nach rückwärts weiche und die mich doch, wenn ich mich nicht anders entscheide, &#8216;in den schon sichtbaren Mauerwinkel drängen wird, um dort auf mir und mit mir gänzlich zu verwesen, bis zum Ende – ehrt es mich? – das Eiter- und Wurm-Fleisch ihrer Zunge an meiner&nbsp;Hand.</p>
<p>10 A. ist sehr aufgeblasen, er glaubt im Guten weit vorgeschritten zu sein, da er, offenbar als ein immer verlockenderer Gegenstand immer mehr Versuchungen aus ihm bisher ganz unbekannten Richtungen sich ausgesetzt fühlt. Die richtige Erklärung ist aber die, daß ein großer Teufel in ihm Platz genommen hat und die Unzahl der Kleineren herbeikommt, um dem Großen zu&nbsp;dienen.</p>
<p>11/12 Verschiedenheit der Anschauungen, die man etwa von einem Apfel haben kann: die Anschauung des kleinen Jungen, der den Hals strecken muß, um noch knapp den Apfel auf der Tischplatte zu sehn und die Anschauung des Hausherrn, der den Apfel nimmt und frei dem Tischgenossen&nbsp;reicht.</p>
<p>13 Ein erstes Zeichen beginnender Erkenntnis ist der Wunsch zu sterben. Dieses Leben scheint unerträglich, ein anderes unerreichbar. Man schämt sich nicht mehr, sterben zu wollen; man bittet aus der alten Zelle, die man haßt, in eine neue gebracht zu werden, die man erst hassen lernen wird. Ein Rest von Glauben wirkt dabei mit, während des Transportes werde zufällig der Herr durch den Gang kommen, den Gefangenen ansehn und sagen: &#8220;Diesen sollt Ihr nicht wieder einsperren. Er kommt zu mir.&nbsp;&#8221;</p>
<p>14 Giengest Du über eine Ebene, hättest den guten Willen zu gehn und machtest doch Rückschritte, dann wäre es eine verzweifelte Sache; da Du aber einen steilen Abhang hinaufkletterst, so steil etwa, wie Du selbst von unten gesehen bist, können die Rückschritte auch nur durch die Bodenbeschaffenheit verursacht sein und Du mußt nicht&nbsp;verzweifeln.*</p>
<p>15 Wie ein Weg im Herbst: kaum ist er rein gekehrt, bedeckt er sich wieder mit den trockenen&nbsp;Blättern.</p>
<p>16 Ein Käfig ging einen Vogel&nbsp;suchen.</p>
<p>17 An diesem Ort war ich noch niemals: anders geht der Atem, blendender als die Sonne strahlt neben ihr ein&nbsp;Stern.</p>
<p>18 Wenn es möglich gewesen wäre, den Turm von Babel zu erbauen, ohne ihn zu erklettern, es wäre erlaubt&nbsp;worden.</p>
<p>19 Laß Dich vom Bösen nicht glauben machen, Du könntest vor ihm Geheimnisse&nbsp;haben.</p>
<p>20 Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen und es wird ein Teil der&nbsp;Ceremonie.</p>
<p>21 So fest wie die Hand den Stein hält. Sie hält ihn aber fest nur um ihn desto weiter zu verwerfen. Aber auch in jene Weite führt der&nbsp;Weg.</p>
<p>22 Du bist die Aufgabe. Kein Schüler weit und&nbsp;breit.</p>
<p>23 Vom wahren Gegner fährt grenzenloser Mut in&nbsp;Dich.</p>
<p>24 Das Glück begreifen, daß der Boden, auf dem Du stehst, nicht größer sein kann, als die zwei Füße ihn&nbsp;bedecken.</p>
<p>25 Wie kann man sich über die Welt freuen, außer wenn man zu ihr&nbsp;flüchtet?</p>
<p>26 Verstecke sind unzählige, Rettung nur eine, aber Möglichkeiten der Rettung wieder soviele wie&nbsp;Verstecke.*</p>
<p>Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg; was wir Weg nennen, ist&nbsp;Zögern.*</p>
<p>27 Das Negative zu tun, ist uns noch auferlegt, das Positive ist uns schon&nbsp;gegeben.</p>
<p>28 Wenn man einmal das Böse bei sich aufgenommen hat, verlangt es nicht mehr, daß man ihm&nbsp;glaube.</p>
<p>29 Die Hintergedanken, mit denen Du das Böse in Dir aufnimmst, sind nicht die Deinen, sondern die des&nbsp;Bösen.</p>
<p>Das Tier entwindet dem Herrn die Peitsche und peitscht sich selbst um Herr zu werden und weiß nicht daß das nur eine Phantasie ist, erzeugt durch einen neuen Knoten im Peitschenriemen des&nbsp;Herrn.*</p>
<p>30 Das Gute ist in gewissem Sinne&nbsp;trostlos.*</p>
<p>31 Nach Selbstbeherrschung strebe ich nicht. Selbstbeherrschung heißt: an einer zufälligen Stelle der unendlichen Ausstrahlungen meiner geistigen Existenz wirken wollen. Muß ich aber solche Kreise um mich ziehn, dann tue ich es besser untätig im bloßen Anstaunen des ungeheuerlichen Komplexes und nehme nur die Stärkung, die e contrario dieser Anblick gibt, mit&nbsp;nachhause.</p>
<p>32 Die Krähen behaupten, eine einzige Krähe könnte den Himmel zerstören. Das ist zweifellos, beweist aber nichts gegen den Himmel, denn Himmel bedeuten eben: Unmöglichkeit von&nbsp;Krähen.</p>
<p>33 Die Märtyrer unterschätzen den Leib nicht, sie lassen ihn auf dem Kreuz erhöhn, darin sind sie mit ihren Gegnern&nbsp;einig.*</p>
<p>34 Sein Ermatten ist das des Gladiators nach dem Kampf, seine Arbeit war das Weiß tünchen eines Winkels in einer&nbsp;Beamtenstube.</p>
<p>35 Es gibt kein Haben, nur ein Sein, nur ein nach letztem Atem, nach Ersticken verlangendes&nbsp;Sein.</p>
<p>36 Früher begriff ich nicht, warum ich auf meine Frage keine Antwort bekam, heute begreife ich nicht, wie ich glauben konnte fragen zu können. Aber ich glaubte ja gar nicht, ich fragte&nbsp;nur.</p>
<p>37 Seine Antwort auf die Behauptung, er besitze vielleicht, sei aber nicht, war nur Zittern und&nbsp;Herzklopfen.</p>
<p>38 Einer staunte darüber, wie leicht er den Weg der Ewigkeit gieng; er raste ihn nämlich&nbsp;abwärts.</p>
<p>39 Dem Bösen kann man nicht in Raten zahlen – und versucht es&nbsp;unaufhörlich.</p>
<p>Es wäre denkbar daß Alexander der Große trotz der kriegerischen Erfolge seiner Jugend, trotz des ausgezeichneten Heeres, das er ausgebildet hatte, trotz der auf Veränderung der Welt gerichteten Kräfte die er in sich fühlte, am Hellespont stehn geblieben und ihn nie überschritten hätte undzwar nicht aus Furcht, nicht aus Unentschlossenheit, nicht aus Willensschwäche, sondern aus&nbsp;Erdenschwere.</p>
<p>39a Der Weg ist unendlich, da ist nichts abzuziehn, nichts zuzugeben und doch hält doch jeder noch seine eigene kindliche Elle daran. &#8220;Gewiß auch diese Elle Wegs mußt Du noch gehn, es wird Dir nicht vergessen werden.&nbsp;&#8221;*</p>
<p>40 Nur unser Zeitbegriff läßt uns das Jüngste Gericht so nennen, eigentlich ist es ein&nbsp;Standrecht.*</p>
<p>41 Das Mißverhältnis der Welt scheint tröstlicherweise nur ein zahlenmäßiges zu&nbsp;sein.&#8221;</p>
<p>42 Den ekel- und haßer füllten Kopf auf die Brust&nbsp;senken.</p>
<p>43 Noch spielen die Jagdhunde im Hof, aber das Wild entgeht ihnen nicht, so sehr es jetzt schon durch die Wälder&nbsp;jagt.</p>
<p>44 Lächerlich hast Du Dich aufgeschirrt für diese&nbsp;Welt.</p>
<p>45 Je mehr Pferde Du anspannst, desto rascher gehts – nämlich nicht das Ausreißen des Blocks aus dem Fundament, was unmöglich ist, aber das Zerreißen der Riemen und damit die leere fröhliche&nbsp;Fahrt.</p>
<p>46 Das Wort &#8220;sein&#8221; bedeutet im Deutschen beides: Dasein und&nbsp;Ihm-gehören.</p>
<p>47 Es wurde ihnen die Wahl gestellt Könige oder der Könige Kuriere zu werden. Nach Art der Kinder wollten alle Kuriere sein. Deshalb gibt es lauter Kuriere, sie jagen durch die Welt und rufen, da es keine Könige gibt, einander selbst die sinnlos gewordenen Meldungen zu. Gerne würden sie ihrem elenden Leben ein Ende machen, aber sie wagen es nicht wegen des&nbsp;Diensteides.</p>
<p>48 An Fortschritt glauben heißt nicht glauben daß ein Fortschritt schon geschehen ist. Das wäre kein&nbsp;Glauben.</p>
<p>49 A. ist ein Virtuose und der Himmel ist sein&nbsp;Zeuge.</p>
<p>50 Der Mensch kann nicht leben ohne ein dauerndes Vertrauen zu etwas Unzerstörbarem in sich, wobei sowohl das Unzerstörbare als auch das Vertrauen ihm dauernd verborgen bleiben können. Eine der Ausdrucksmöglichkeiten dieses Verborgen-Bleibens ist der Glaube an einen persönlichen&nbsp;Gott.*</p>
<p>51 Es bedurfte der Vermittlung der Schlange: das Böse kann den Menschen verführen, aber nicht Mensch&nbsp;werden.&#8221;</p>
<div>
<p>52 Im Kampf zwischen Dir und der Welt sekundiere der&nbsp;Welt.*</p>
<p>53 Man darf niemanden betrügen, auch nicht die Welt um ihren&nbsp;Sieg.</p>
<p>54 Es gibt nichts anderes als eine geistige Welt; was wir sinnliche Welt nennen ist das Böse in der geistigen und was wir böse nennen ist nur eine Notwendigkeit eines Augenblicks unserer ewigen&nbsp;Entwicklung.</p>
<p>Mit stärkstem Licht kann man die Welt auflösen. Vor schwachen Augen wird sie fest, vor noch schwächeren bekommt sie Fäuste, vor noch schwächeren wird sie schamhaft und zerschmettert den, der sie anzuschauen&nbsp;wagt.</p>
<p>55 Alles ist Betrug: das Mindestmaß der Täuschungen suchen, im üblichen bleiben, das Höchstmaß suchen. Im ersten Fall betrügt man das Gute, indem man sich dessen Erwerbung zu leicht machen will, das Böse, indem man ihm allzu ungünstige Kampfbedingungen setzt. Im zweiten Fall betrügt man das Gute, indem man also nicht einmal im Irdischen nach ihm strebt. Im dritten Fall betrügt man das Gute, indem man sich möglichst weit von ihm entfernt, das Böse, indem man hofft, durch seine Höchststeigerung es machtlos zu machen. Vorzuziehn wäre also hienach der zweite Fall, denn das Gute betrügt man immer, das Böse in diesem Fall, wenigstens dem Anschein nach,&nbsp;nicht.</p>
<p>56 Es gibt Fragen, über die wir nicht hinwegkommen könnten, wenn wir nicht von Natur aus von ihnen befreit&nbsp;wären.</p>
<p>57 Die Sprache kann für alles außerhalb der sinnlichen Welt nur andeutungsweise, aber niemals auch nur annähernd vergleichsweise gebraucht werden, da sie entsprechend der sinnlichen Welt nur vom Besitz und seinen Beziehungen&nbsp;handelt.</p>
<p>58 Man lügt möglichst wenig, nur wenn man möglichst wenig lügt, nicht wenn man möglichst wenig Gelegenheit dazu&nbsp;hat.*</p>
<p>59 Eine durch Schritte nicht tief ausgehöhlte Treppenstufe ist, von sich selbst aus gesehn, nur etwas öde zusammengefügtes&nbsp;Hölzernes.&#8221;</p>
<p>60 Wer der Welt entsagt, muß alle Menschen lieben, denn er entsagt auch ihrer Welt. Er beginnt daher das wahre menschliche Wesen zu ahnen, das nicht anders als geliebt werden kann, vorausgesetzt daß man ihm ebenbürtig&nbsp;ist.</p>
<p>61 Wer innerhalb der Welt seinen Nächsten liebt tut nicht mehr und nicht weniger Unrecht als wer innerhalb der Welt sich selbst liebt. Es bliebe nur die Frage, ob das erstere möglich&nbsp;ist.</p>
<p>62 Die Tatsache, daß es nichts anderes gibt als eine geistige Welt, nimmt uns die Hoffnung und gibt uns die&nbsp;Gewißheit.</p>
<p>63 Unsere Kunst ist ein von der Wahrheit Geblendet-Sein: Das Licht auf dem zurückweichenden Fratzengesicht ist wahr, sonst&nbsp;nichts.</p>
<p>64 Die Vertreibung aus dem Paradies ist in ihrem Hauptteil ewig: Es ist also zwar die Vertreibung aus dem Paradies endgiltig, das Leben in der Welt unausweichlich, die Ewigkeit des Vorgangs aber macht es trotzdem möglich, daß wir nicht nur dauernd im Paradiese bleiben könnten, sondern tatsächlich dort dauernd sind, gleichgültig ob wir es hier wissen oder&nbsp;nicht.</p>
<p>66 Er ist ein freier und gesicherter Bürger der Erde, denn er ist an eine Kette gelegt, die lang genug ist, um ihm alle irdischen Räume frei zu geben und doch nur so lang, daß nichts ihn über die Grenzen der Erde reißen kann. Gleichzeitig aber ist er auch ein freier und gesicherter Bürger des Himmels, denn er ist auch an eine ähnlich berechnete Himmelskette gelegt. Will er nun auf die Erde drosselt ihn das Halsband des Himmels, will er in den Himmel jenes der Erde. Und trotzdem hat er alle Möglichkeiten und fühlt es, ja er weigert sich sogar das Ganze auf einen Fehler bei der ersten Fesselung&nbsp;zurückzuführen.</p>
<p>67 Er läuft den Tatsachen nach wie ein Anfänger im Schlittschuhlaufen, der überdies irgendwo übt, wo es verboten&nbsp;ist.</p>
<p>68 Was ist fröhlicher als der Glaube an einen&nbsp;Hausgott!</p>
<p>69 Theoretisch gibt es eine vollkommene Glücksmöglichkeit: An das Unzerstörbare in sich glauben und nicht zu ihm&nbsp;streben.</p>
<p>70/71 Das Unzerstörbare ist eines; jeder einzelne Mensch ist es und gleichzeitig ist es allen gemeinsam, daher die beispiellos untrennbare Verbindung der&nbsp;Menschen.</p>
<p>72 Es gibt im gleichen Menschen Erkenntnisse, die bei völliger Verschiedenheit doch das gleiche Objekt haben, sodaß wieder nur auf verschiedene Subjekte im gleichen Menschen rückgeschlossen werden&nbsp;muß.&#8221;</p>
<p>73 Er frißt den Abfall vom eigenen Tisch; dadurch wird er zwar ein Weilchen lang satter als alle, verlernt aber oben vom Tisch zu essen; dadurch hört dann aber auch der Abfall&nbsp;auf.</p>
<p>74 Wenn das, was im Paradies zerstört worden sein soll, zerstörbar war, dann war es nicht entscheidend; war es aber unzerstörbar, dann leben wir in einem falschen&nbsp;Glauben.</p>
<p>75 Prüfe Dich an der Menschheit. Den Zweifelnden macht sie zweifeln, den Glaubenden&nbsp;glauben.&#8221;</p>
<p>76 Dieses Gefühl: &#8220;hier ankere ich nicht&#8221; und gleich die wogende tragende Flut um sich&nbsp;fühlen.</p>
<p>Ein Umschwung. Lauernd, ängstlich, hoffend umschleicht die Antwort die Frage, sucht verzweifelt in ihrem unzugänglichen Gesicht, folgt ihr auf den sinnlosesten d. h. von der Antwort möglichst wegstrebenden&nbsp;Wegen.</p>
<p>77 Verkehr mit Menschen verführt zur&nbsp;Selbstbeobachtung.</p>
<p>78 Der Geist wird erst frei, wenn er aufhört, Halt zu&nbsp;sein.</p>
<p>79 Die sinnliche Liebe täuscht über die himmlische hinweg; allein könnte sie es nicht, aber da sie das Element der himmlischen Liebe unbewußt in sich hat, kann sie&nbsp;es.</p>
<p>80 Wahrheit ist unteilbar, kann sich also selbst nicht erkennen; wer sie erkennen will, muß Lüge&nbsp;sein.*</p>
<p>81 Niemand kann verlangen, was ihm im letzten Grunde schadet. Hat es beim einzelnen Menschen doch diesen Anschein – und den hat es vielleicht immer – so erklärt sich dies dadurch, daß jemand im Menschen etwas verlangt, was diesem jemand zwar nützt, aber einem zweiten jemand, der halb zur Beurteilung des Falles herangezogen wird, schwer schadet. Hätte sich der Mensch gleich anfangs, nicht erst bei der Beurteilung auf Seite des zweiten jemand gestellt, wäre der erste jemand erloschen und mit ihm das&nbsp;Verlangen.</p>
<p>82 Warum klagen wir wegen des Sündenfalls? Nicht seinetwegen sind wir aus dem Paradiese vertrieben worden, sondern wegen des Baumes des Lebens, damit wir nicht von ihm&nbsp;essen.</p>
<p>83 Wir sind nicht nur deshalb sündig, weil wir vom Baum der Erkenntnis gegessen haben, sondern auch deshalb, weil wir vom Baum des Lebens noch nicht gegessen haben. Sündig ist der Stand, in dem wir uns befinden, unabhängig von&nbsp;Schuld.</p>
<p>84 Wir wurden geschaffen, um im Paradies zu leben, das Paradies war bestimmt uns zu dienen. Unsere Bestimmung ist geändert worden; daß dies auch mit der Bestimmung des Paradieses geschehen wäre, wird nicht&nbsp;gesagt.</p>
<p>85 Das Böse ist eine Ausstrahlung des menschlichen Bewußtseins in bestimmten Übergangsstellungen. Nicht eigentlich die sinnliche Welt ist Schein, sondern ihr Böses, das allerdings für unsere Augen die sinnliche Welt&nbsp;bildet.</p>
<p>86 Seit dem Sündenfall sind wir in der Fähigkeit zur Erkenntnis des Guten und Bösen im Wesentlichen gleich; trotzdem suchen wir gerade hier unsere besonderen Vorzüge. Aber erst jenseits dieser Erkenntnis beginnen die wahren Verschiedenheiten. Der gegenteilige Schein wird durch Folgendes hervorgerufen: Niemand kann sich mit der Erkenntnis allein begnügen, sondern muß sich bestreben, ihr gemäß zu handeln. Dazu aber ist ihm die Kraft nicht mitgegeben, er muß daher sich zerstören, selbst auf die Gefahr hin, sogar dadurch die notwendige Kraft nicht zu erhalten, aber es bleibt ihm nichts anderes übrig als dieser letzte Versuch. (Das ist auch der Sinn der Todesdrohung beim Verbot des Essens vom Baume der Erkenntnis; vielleicht ist das auch der ursprüngliche Sinn des natürlichen Todes.) Vor diesem Versuch nun fürchtet er sich; lieber will er die Erkenntnis des Guten und Bösen rückgängig machen; (die Bezeichnung: &#8220;Sündenfall&#8221; geht auf diese Angst zurück) aber das Geschehene kann nicht rückgängig gemacht, sondern nur getrübt werden. Zu diesem Zweck entstehen die Motivationen. Die ganze Welt ist ihrer voll, ja die ganze sichtbare Welt ist vielleicht nichts anderes, als eine Motivation des einen Augenblick lang ruhenwollenden Menschen. Ein Versuch, die Tatsache der Erkenntnis zu fälschen, die Erkenntnis erst zum Ziel zu&nbsp;machen.</p>
<p>87 Ein Glaube wie ein Fallbeil, so schwer, so&nbsp;leicht.</p>
<p>88 Der Tod ist vor uns, etwa wie im Schulzimmer an der Wand ein Bild der Alexanderschlacht. Es kommt darauf an, durch unsere Taten noch in diesem Leben das Bild zu verdunkeln oder gar&nbsp;auszulöschen.</p>
<p>90 Zwei Möglichkeiten: sich unendlich klein machen oder es sein. Das erste ist Vollendung also Untätigkeit, das zweite Beginn, also&nbsp;Tat.*</p>
<p>91 Zur Vermeidung eines Wort-Irrtums: Was tätig zerstört werden soll, muß vorher ganz fest gehalten worden sein; was zerbröckelt, zerbröckelt, kann aber nicht zerstört&nbsp;werden.*</p>
<p>92 Die erste Götzenanbetung war gewiß Angst vor den Dingen, aber damit zusammenhängend Angst vor der Notwendigkeit der Dinge und damit zusammenhängend Angst vor der Verantwortung für die Dinge. So ungeheuer erschien diese Verantwortung daß man sie nicht einmal einem einzigen Außermenschlichen aufzuerlegen wagte, denn auch durch Vermittlung bloß eines Wesens wäre die menschliche Verantwortung noch nicht genug erleichtert worden, der Verkehr mit nur einem Wesen wäre noch allzusehr von Verantwortung befleckt gewesen, deshalb gab man jedem Ding die Verantwortung für sich selbst, mehr noch, man gab diesen Dingen auch noch eine verhältnismäßige Verantwortung für den&nbsp;Menschen.</p>
<p>93 Zum letztenmal&nbsp;Psychologie!</p>
<p>94 Zwei Aufgaben des Lebensanfangs: Deinen Kreis immer mehr einschränken und immer wieder nachprüfen, ob Du Dich nicht irgendwo außerhalb Deines Kreises versteckt&nbsp;hältst.</p>
<p>95 Das Böse ist manchmal in der Hand wie ein Werkzeug, erkannt oder unerkannt, läßt es sich, wenn man den Willen hat, ohne Widerspruch zur Seite&nbsp;legen.*</p>
<p>96 Die Freuden dieses Lebens sind nicht die seinen, sondern unsere Angst vor dem Aufsteigen in ein höheres Leben; die Qualen dieses Lebens sind nicht die seinen, sondern unsere Selbstqual wegen jener&nbsp;Angst.</p>
<p>97 Nur hier ist Leiden Leiden. Nicht so, als ob die, welche hier leiden, anderswo wegen dieses Leidens erhöht werden sollen, sondern so, daß das was in dieser Welt Leiden heißt, in einer andern Welt, unverändert und nur befreit von seinem Gegensatz, Seligkeit&nbsp;ist.</p>
<p>98 Die Vorstellung von der unendlichen Weite und Fülle des Kosmos ist das Ergebnis der zum Äußersten getriebenen Mischung von mühevoller Schöpfung und freier&nbsp;Selbstbesinnung.</p>
<p>99 Wieviel bedrückender als die unerbittlichste Überzeugung von unserem gegenwärtigen sündhaften Stand ist selbst die schwächste Überzeugung von der einstigen ewigen Rechtfertigung unserer Zeitlichkeit. Nur die Kraft im Ertragen dieser zweiten Überzeugung, welche in ihrer Reinheit die erste voll umfaßt, ist das Maß des&nbsp;Glaubens.</p>
<p>Manche nehmen an, daß neben dem großen Urbetrug noch in jedem Fall eigens für sie ein kleiner besonderer Betrug veranstaltet wird, daß also wenn ein Liebesspiel auf der Bühne aufgeführt wird, die Schauspielerin außer dem verlogenen Lächeln für ihren Geliebten auch noch ein besonders hinterhältiges Lächeln für den ganz bestimmten Zuschauer auf der letzten Gallerie hat. Das heißt zu weit&nbsp;gehn.</p>
<p>100 Es kann ein Wissen vom Teuflischen geben, aber keinen Glauben daran, denn mehr Teuflisches, als da ist, gibt es&nbsp;nicht.</p>
<p>101 Die Sünde kommt immer offen und ist mit den Sinnen gleich zu fassen. Sie geht auf ihren Wurzeln und muß nicht ausgerissen&nbsp;werden.</p>
<p>102 Alle Leiden um uns müssen auch wir leiden. Wir alle haben nicht einen Leib aber ein Wachstum und das führt uns durch alle Schmerzen, ob in dieser oder jener Form. So wie das Kind durch alle Lebensstadien bis zum Greis und zum Tod sich entwickelt (und jedes Stadium im Grunde dem früheren, im Verlangen oder in Furcht, unerreichbar scheint) ebenso entwickeln wir uns (nicht weniger tief mit der Menschheit verbunden als mit uns selbst) durch alle Leiden dieser Welt. Für Gerechtigkeit ist in diesem Zusammenhang kein Platz, aber auch nicht für Furcht vor den Leiden oder für die Auslegung des Leidens als eines&nbsp;Verdienstes.</p>
<p>103 Du kannst Dich zurückhalten von den Leiden der Welt, das ist Dir freigestellt und entspricht Deiner Natur, aber vielleicht ist gerade dieses Zurückhalten das einzige Leid, das Du vermeiden&nbsp;könntest.</p>
<p>104 Der Mensch hat freien Willen undzwar&nbsp;dreierlei:</p>
<p>Erstens war er frei, als er dieses Leben wollte; jetzt kann er es allerdings nicht mehr rückgängig machen, denn er ist nicht mehr jener, der es damals wollte, es wäre denn insoweit, als er seinen damaligen Willen ausführt, indem er&nbsp;lebt.</p>
<p>Zweitens ist er frei, indem er die Gangart und den Weg dieses Lebens wählen&nbsp;kann.</p>
<p>Drittens ist er frei, indem er als derjenige, der er einmal wieder sein wird, den Willen hat, sich unter jeder Bedingung durch das Leben gehn und auf diese Weise zu sich kommen zu lassen undzwar auf einem zwar wählbaren, aber jedenfalls derartig labyrinthischen Weg, daß er kein Fleckchen dieses Lebens unberührt&nbsp;läßt.</p>
<p>Das ist das Dreierlei des freien Willens, es ist aber auch, da es gleichzeitig ist, ein Einerlei und ist im Grunde so sehr Einerlei, daß es keinen Platz hat für einen Willen, weder für einen freien noch&nbsp;unfreien.</p>
<p>105 Das Verführungsmittel dieser Welt sowie das Zeichen der Bürgschaft dafür, daß diese Welt nur ein Übergang ist, ist das gleiche. Mit Recht, denn nur so kann uns diese Welt verführen und es entspricht der Wahrheit. Das Schlimme ist aber, daß wir nach geglückter Verführung die Bürgschaft vergessen und so eigentlich das Gute uns ins Böse, der Blick der Frau in ihr Bett gelockt&nbsp;hat.</p>
<p>106 Die Demut gibt jedem, auch dem einsam Verzweifelnden das stärkste Verhältnis zum Mitmenschen undzwar sofort, allerdings nur bei völliger und dauernder Demut. Sie kann das deshalb, weil sie die wahre Gebetsprache ist, gleichzeitig Anbetung und festeste Verbindung. Das Verhältnis zum Mitmenschen ist das Verhältnis des Gebetes, das Verhältnis zu sich das Verhältnis des Strebens; aus dem Gebet wird die Kraft für das Streben&nbsp;geholt.</p>
<p>Kannst Du denn etwas anderes kennen als Betrug? Wird einmal der Betrug vernichtet darfst Du ja nicht hinsehn oder Du wirst zur&nbsp;Salzsäule.</p>
<p>107 Alle sind zu A. sehr freundlich, so etwa wie man ein ausgezeichnetes Billard selbst vor guten Spielern sorgfältig zu bewahren sucht, solange bis der große Spieler kommt, das Brett genau untersucht, keinen vorzeitigen Fehler duldet, dann aber, wenn er selbst zu spielen anfängt, sich auf die rücksichtsloseste Weise&nbsp;auswütet.</p>
<p>108 &#8220;Dann aber kehrte er zu seiner Arbeit zurück, so wie wenn nichts geschehen wäre. &#8221; Das ist eine Bemerkung, die uns aus einer unklaren Fülle alter Erzählungen geläufig ist, trotzdem sie vielleicht in keiner&nbsp;vorkommt.</p>
<p>109 &#8220;Daß es uns an Glauben fehle, kann man nicht sagen. Allein die einfache Tatsache unseres Lebens ist in ihrem Glaubenswert gar nicht auszuschöpfen. &#8220;<br />
 &#8220;Hier wäre ein Glaubenswert? Man kann doch nicht nicht-leben.&#8221;<br />
 &#8220;Eben in diesem «kann doch nicht» steckt die wahnsinnige Kraft des Glaubens; in dieser Verneinung bekommt sie Gestalt.&#8221;<br />
 Es ist nicht notwendig, daß Du aus dem Haus gehst. Bleib bei Deinem Tisch und horche. Horche nicht einmal, warte nur. Warte nicht einmal, sei völlig still und allein. Anbieten wird sich Dir die Welt zur Entlarvung, sie kann nicht anders, verzückt wird sie sich vor Dir winden.<em> </em></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><em>(Mit * gekennzeichnete Aphorismen sind in der Handschrift mit Bleistift&nbsp;gestrichen)</em></p>
<p>Diese Aphorismen hat Franz Kafka ca. 1917/1918 in Reinschrift gefasst, nachdem sich einige von ihnen schon vorher in den Oktavhefetn&nbsp;finden.</p>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzhaeuter.de/bucher/kafkas-aphorismen/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Von Seelenrætseln und Seelenunsinn</title>
		<link>http://www.netzhaeuter.de/bucher/von-seelenr%c3%a6tseln-und-seelenunsinn</link>
		<comments>http://www.netzhaeuter.de/bucher/von-seelenr%c3%a6tseln-und-seelenunsinn#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 09:42:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>motelsaigon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbücher]]></category>
		<category><![CDATA[anthroposophie]]></category>
		<category><![CDATA[esoterik]]></category>
		<category><![CDATA[Max Dessoir]]></category>
		<category><![CDATA[rudolf steiner]]></category>
		<category><![CDATA[seele]]></category>
		<category><![CDATA[steiner]]></category>
		<category><![CDATA[zitat]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzhaeuter.de/?p=1522</guid>
		<description><![CDATA[Bei esoterischen Halluzinationen sieht Steiner&#160;rot In dem Aufsatz &#8220;Max Dessoir ueber Anthroposophie&#8221;, erschienen in Steiners Aufsatzsammlung &#8220;Von Seelenrätseln&#8221; (1917), räumt Steiner mit esoterischen Unsinn auf, den der Kritiker Max Dessoir aus seinen Schriften herausgelesen haben&#160;will. Dazu gehört die Annahme, Steiner sei der Überzeugung, &#8220;die Seele könne «bei der Wahrnehmung von Farben und Tönen die Vermittlung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: left;">Bei esoterischen Halluzinationen sieht Steiner&nbsp;rot</h2>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/maxfwilliams/3306122583/"><img class="alignright size-medium wp-image-1590" title="red" src="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2010/01/red--300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>In dem Aufsatz &#8220;<a href="http://www.anthrowiki.info/ftp/anthroposophie/Rudolf_Steiner/Von_Seelenraetseln.htm#_Toc160852537">Max Dessoir ueber Anthroposophie</a>&#8221;, erschienen in Steiners Aufsatzsammlung &#8220;<a href="http://wiki.anthroposophie.net/GA_21">Von Seelenrätseln</a>&#8221; (1917), räumt Steiner mit esoterischen Unsinn auf, den der Kritiker Max Dessoir aus seinen Schriften herausgelesen haben&nbsp;will.</p>
<p>Dazu gehört die Annahme, Steiner sei der Überzeugung, &#8220;die Seele könne «bei der Wahrnehmung von Farben und Tönen die Vermittlung des Leibes ausschliessen»&#8221; - oder anders formuliert: &#8220;(&#8230;), man könne Farben ohne Augen sehen&#8221;.<span id="more-1522"></span></p>
<p>Steiner belässt es nicht dabei, darauf hinzuweisen, er halte das für &#8220;töricht&#8221;, sondern erklärt, wie er seelische Eindrücke und Sinnesempfindungen in Zusamenhang&nbsp;sieht.</p>
<p>Im Zentrum steht die simple Beobachtung, dass man an verschiedenen Sinneseindrücken ähnliches Erleben kann. So ist jedem klar, dass nicht das Sehen einer tatsächlich präsenten roten Farbe gemeint ist, wenn jemand sagt er &#8220;sehe&nbsp;rot&#8221;.</p>
<p>Steiner zitiert sich hier zum besseren Verständnis selbst, und zwar aus &#8220;<a href="http://wiki.anthroposophie.net/GA_10">Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten</a>&#8220;&nbsp;(1904):</p>
<blockquote><p><span class="dquo">&#8220;</span>Wenn die hellsichtige Erkenntnis davon spricht «ich sehe rot», so bedeutet dies: «ich habe im Seelisch-Geistigen ein Erlebnis, welches gleichkommt dem physischen Erlebnis beim Eindruck der roten&nbsp;Farbe».&#8221;</p>
</blockquote>
<p>Um ganz deutlich zu machen, was er davon hält, sich auf Grundlage dieser Beobachtung zu oben genanntem esoterischen Firlefanz zu versteigen, verweist er auf seine &#8220;<a href="http://wiki.anthroposophie.net/GA_9">Theosophie</a>&#8220;&nbsp;(1904):</p>
<blockquote><p><span class="dquo">&#8220;</span>Man kann zu der Vorstellung kommen, als ob dasjenige, was hier als «Farben» geschildert wird, vor der Seele so stünde, wie eine physische Farbe vor dem Auge steht. Eine solche «seelische Farbe» wäre aber nichts als eine Halluzination. Mit Eindrücken, die «halluzinatorisch» sind, hat Geisteswissenschaft nicht das geringste zu&nbsp;tun.&#8221;</p>
</blockquote>
<p>Wer es immer noch nicht verstanden hat, möge im vorangehenden Aufsatz &#8220;<a href="http://wiki.anthroposophie.net/GA_21">Anthropologie und Anthroposophie</a>&#8220;&nbsp;nachlesen:</p>
<blockquote><p><span class="dquo">&#8220;</span>Aber es ist auch gezeigt, dass in diejenigen, was die von mir gemeinte Anthroposophie als geistige Erlebnisse anstrebt, nicht auf allgemeine <strong>nebulöse gefühlsmässige Selbsterlebnisse</strong> der Seele gedeutet wird sonder auf etwas das in gesetzmässiger Art in einem wirklichen inneren Erleben entwickelt&nbsp;wird.&#8221;</p>
</blockquote>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Lesetipp:</strong> Rudolf Steiner - Von Seelenrätseln (1917) [<a href="http://anthroposophie.byu.edu/schriften/021.pdf" target="_blank">PDF</a>] [<a href="http://wiki.anthroposophie.net/GA_21">Online-Text</a>]</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzhaeuter.de/bucher/von-seelenr%c3%a6tseln-und-seelenunsinn/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

