Isolation ist relativ und macht sich teilweise schon an Kleinigkeiten fest. Das spürte K. als er aus dem Fenster sah. Er sah schwarz. Nur eine schwarze Wand.
Als er noch in der grossen Stadt wohnte, war direkt über seinem Fenster eine Laterne. Auf der gegenüberliegenden Strassenseite war eine Bushaltestelle. Wann immer er aus dem Fenster gesehen hat, war da etwas. Eine Welt in die er gehen konnte.
Eine Welt, die eigentlich immer voller Leben war.
Jetzt sieht er nur noch eine schwarze Wand. So in etwa stellt sich hier auch das Leben dar. Eingemauert in ihren Häusern und Vorgärten. Und er wunderte sich, warum er sich in der Stadt so viel wohler gefühlt hatte, als in dieser Wohnung. Und er wunderte sich auch, warum es ihn so bedrückte, immer erst spät nach Hause zu kommen.
Jetzt wird es ihm klar: weil er hier in einem isolierten schwarzen Kasten sitzt.
Er ist wie ein Fisch in einem Aqaurium und sieht nicht, was in der Welt da draussen vorgeht.
Noch schlimmer, er weiss, dass in der Welt hier draussen einfach gar nichts vorgeht.
Er braucht Leben und nicht diesen Sarg.



