Ich bin immer auf der Suche. Nach richtig guten Sachen. Nach Dingen die bis ins Mark gehen, statt nur an der Oberfläche kratzen. Dabei war ich immer auf Bücher und Filme fixiert. Aber was lief denn die letzten Jahre im Kino? Welche wirklich guten Filme wurden wirklich von einem vernünftigen Studio mit Budget produziert? Die paar Streifen, die es wirklich wert waren, die nicht nur Verschwendung von Zelluloid waren, schlagen sich mehr schlecht als recht im “Underground” durch. “Low Budget”, als wenn das cool wäre. Low Budget ist nicht cool, low budget ist die Verzweiflung des Künstlers, wenn er gegen jede Widrigkeit sein Projekt doch durchzieht, aus dem einzigen Grund weil er verdammt noch mal was zu sagen hat. Und mir dämmert grade das im großen Kino für Kunst oder Kultur, oder noch besser gesagt: für Seele, einfach kein Platz ist. Fickt euch mit euren return of investment Berechnungen. Fickt euch mit euren Blockbustern. Wenn Kubrick heutzutage mit 2001 bei einem Studio auftauchen würde, sie würden ihn achtkantig rausschmeißen.
Und wenn wir schon dabei sind, von Kultur zu reden. Ich habe in einem Verlag gearbeitet. Ich habe gesehen wie sich 200 Mann gemeinschaftlich einen auf ihre “Hochkultur” runter holen. Sich immer wieder beteuern, wie wichtig sie sind. Und sich gleichzeitig an den Höchstbietenden verkaufen. Den Marketingfuzzis kampflos das Feld überlassen. “Am Ende muss man ja von irgendwas leben”. Ratet mal was echte Künstler machen? Kafka hat lieber einen beschissenen Job in einer Versicherung angenommen, als seine Texte zu verkaufen. Als auch nur einen einzigen Millimeter seines Werkes aufzugeben. Weil er verdammt noch mal was zu sagen hatte. Also schiebt euch euren Goethe dahin wo nie die Sonne scheint (lesen tut ihr ihn ja eh nicht, nur loben). Und wenn ihr schon dabei seid, könnt ihr euren ganzen hochgelobten Kanon hinterherschieben. Ich wette das passt noch problemlos daneben, weil ihr nämlich riesen Arschlöcher seid.
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