Wenn wer, damit es sich nicht sträubt,
sein Opfer erst einmal betäubt,
indem er - daß es ruhig schliefe -
versteckt den Tubus in der Tiefe,
dreht gleich darauf den Gashahn an
für Lachgas und für Halothan,
gleichzeitig Puls und Blutdruck mißt,
dann ist das der Anästhesist.
Was jedoch wär Anästhesie
ohne die Hilfe derer, die
an guten und an schlechten Tagen,
ja selbst auf Schnelle-Hilfe-Wagen
und auf Herz-Lungen-Pumpstation
bekleiden wichtigste Funktion?
Es ist - nun, sie erraten sie -
die Frau in der Anästhesie!
Zunächst einmal als Arztperson
gebührt ihr allerhöchster Lohn.
Versteht sie doch mit ihrem Charme
Patienten, oh "privat", ob "arm"
so für den Eingriff zu bereiten,
daß sie zu Tag- und Nachteszeiten
ganz ohne Angst und Konfusion
erwarten die Operation.
Versagt im Ausnahmsfall einmal
der Charme, so stehen ihr zur Wahl
noch stärk 're feminine Waffen,
um Angst und Schmerz hinweg
zuschaffen.
Da wär'- aus schon sehr altem Adel -
zu nennen erst einmal die Nadel;
nicht die jedoch für die Frisur,
sondern die zur Akupunktur.
Das Drehen dieser Nadel führt
dazu, daß der Patient nichts spürt.
Dem Messerführenden zum Hohne
ergötzt er sich noch per Melone.
Auch and're Nadeln gibt's, so jene
die. sie plaziert in eine Vene.
Sodann mit einer Injektion
befördert sie auf "Schlafstation"
den Wachen wie den Müden hin
mit Hexo und mit Sombrevin.
Besonders Widerspenst`ger Zähmung
gelingt ihr mit Curarelähmung
Nun greift, gelegentlich Professor,
der
Op'rateur zu seinem Messer.
Das Herzblut
fließt, die Fetzen fliegen,
am Boden Puls und
Blutdruck liegen.
Am Boden liegt, habt starke
Nerven,
der Inhalt von fünf Blutkonserven.
Die Stimmung sinkt, der Tropf wird dick,
das EKG macht nur noch klick,
wie soll das enden, denn o Weh,
es schwindet auch das EEG,
und jetzt zu allem Üherfluß
kommt noch ein kräft'ger Singultus.
Ganz sicher hier der Retter ist.
Der
weibliche Anästhesist,
Betreut von ein,
zwei Schwestern noch
bringt sie den Kreislauf
wieder hoch,
reanimiert nicht nur den Kranken,
sondern, weil auch bereits im Wanken,
noch die
Chirurgen. Und zum Lohn
schafft alle sie dann
auf Station,
und zwar auf eine solche, die
für "Intensive Therapie".
Hier geht der Rest vom Dienst zu Ende.
Nur
schnell noch pflegt man sich die Hände,
und den
nicht stattgehabten Schlaf
maskiert dann der
Maskarograf.
Der Frührapport lakonisch
spricht:
"Nein, was Besond'res war da nicht!"
So steh'n die Frauen ihren Mann,
und seh'n wir sie uns hier heut an,
so nelegieren einfach sie
die Reste eig'ner Hypoxie,
von Nebennierenüberlast
und von
Sechs-Tage-Dauerhast.
Den Dank von uns verdienen sie-
die
Damen der Anästhesie!
Drum Leiter!
Setzet durch mit Schwung
des Faches
Frauenförderung!