Rudis Fünfzigster


Wer fünfzig wird auf dieser Erde
Verdient, daß er gewürdigt werde!
"Selbst und persönlich" geht das nicht,
So schreibe ich ihm ein Gedicht.

Dem "lieben Rudi" –hausbekannt-
Auch "Göttlicher" wird er genannt!
Im Osten wurde er geboren,
Doch der Geburtsschein ging verloren.
Nicht amtlich – wenn genau man´s nimmt –
Ist, ob der Geburtstag wirklich stimmt.
Er lernte erst zum Polsterer
Diente dann lang der Bundeswehr
Und heute ist er (weiß ein jeder)
Leitender Anästhesiefachfleger.

"Bester der westlichen Hemisphäre",
Da kommt ihm niemand in die Quere!
"Glatte" Maske, Tubus, Plexus und Spinale,
Betäubung sitzt in jedem Falle.
Ist die Narkose ausgeleitet:
Rudi rufen, daß er "schreitet".
Damit kein Kranker sich erschreckt,
Wird nach "Dornröschen-Art" geweckt.
Den "Einser Zustand" hat geschafft,
Wer kräftig "Öchi-Öchi" macht!
Wenn jemand es nicht richtig kann,
Hilft "Pitsche-Patsche" dann und wann.
"Derin nefes al!" schallt es heftig,
"Man ist der Fremdsprachen doch mächtig!"

Gebettet wird, kann ich berichten,
Ganz sanft "Auf Adlers Fittichen".
Kinder betreut er lieb und zart,
Wenn "aufmüpfig": "Erlkönig-Art!"
Man merkt: in allen schweren Lagen
Auf jeden Fall erst Rudi fragen,
Denn durch Erfolg werden zuletzt
Seine Methoden sehr geschätzt!

Von flinker Arbeit hält er viel,
Sie führt zu seinem Freizeitziel.
"Brotbeißen", "pünktlich Heimwärtsgehen"
Und nach der Tagespresse sehen.
Tischtennisspiel und Rätselraten
Beflügeln ihn zu neuen Taten.
Jedoch ist anderseits bekannt:
Er liebt nicht so sehr das "Nachtgewand".
Hingegen – "soviel Zeit muß sein"
"Essen – Trinken – Fröhlichsein"!
Die Fachesfremden Tätigkeiten
Kann er überhaupt nicht leiden.
Denn das "Gesetz Nummero Eins"
Bleibt stets: "Jeder macht nur Seins"

Privat fährt er den schönen Mazda
(für andere Autos ist kein Platz da)
Sein Hobby ist Motorradfahren,
Er kegelt auch seit vielen Jahren.
Im Garten zieht er das Gemüse,
Keltert des Beerenweines Süße.
Schneidet die Rosen an dem Häuschen
Vertreibt den Maulwurf und die Mäuschen.
Er ist für "Weib, Knätzchen und Natter"
Treusordender Familienvater.
Beim Urlaub hat er nie gespart:
Skilauf alpin und Schwedenfahrt.
Dabei ist ihm - wenn er nicht irrt –
Nur schönes Wetter garantiert!
Diese und andere Lebensfreuden
Sind es die Rudi vorwärts treiben.
Kaffee trinkt er aus eigner Tasse
Und hütet streng die Kaffeekasse.
Das Rauchen wollte er aufgeben,
Doch der Versuch ging voll daneben.
"Matthäus fünf, folgend Vers drei":
" Selig soll sein, wer fehlerfrei!"
Gar groß ist sein Zitatenschatz
Hier ist nicht für so viele Platz.
Er schrieb auch manches poetisch Werk
Hält mit Kritik nicht hinter´m Berg.
Politisch hat er `ne feste Meinung,
Da sind nicht alle mit ihm einig!
Im "Buch der Bücher" steht geschrieben:
"Man soll die Ausländer auch lieben!"

Nun wurde lang und breit gesagt
Wie Rudi ist, wie man ihn mag.
Und nun "Frei und zum Mund heraus"
Spenden zum Fest ihm viel Applaus
"Amtsbrüder, Freunde und Kollegen":
Hoch soll der "Liebe Rudi" leben!

      Ottifant

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