“Was uns bevorsteht, ist die Aussicht auf eine Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgegangen ist, also die einzige Tätigkeit, auf die sie sich versteht.
Was könnte verhängnisvoller sein”
Hannah Arendt (1958)
Bücher, Kultur, Kunst, Anarchie
und so Zeug halt
“Was uns bevorsteht, ist die Aussicht auf eine Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgegangen ist, also die einzige Tätigkeit, auf die sie sich versteht.
Was könnte verhängnisvoller sein”
Hannah Arendt (1958)
Der Roman “Luft und Liebe” von Anne Weber erzählt eine so banale wie alte Geschichte über Liebe und Verrat. Was ist Liebe? Ein Produkt der persönlichen Disposition und der Fähigkeit zur Sehnsucht und Phantasie. Wer liebt wen? Da fängt es an, interessant zu werden. Ein Bild, das sich jemand von jemandem macht. Ein Bild, das jemand für jemanden in die Welt setzt und kultiviert. Obsession auf der einen, Kalkül auf der anderen Seite.
Wirklich bemerkenswert und neuartig an dem Roman ist jedoch die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird. Nur bin ich wahrscheinlich eine undankbare Leserin: Was mich anfangs überrascht und beeindruckt hat, verbrauchte sich leider im Laufe der Lektüre als absehbar und fast ein bisschen penetrant. Wie eine durchschaute Erzählmasche. - Fest steht: “Luft und Liebe” ist nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2010.
(via)
“Das besonders perfide an der aktuellen Diskussion, die von Westerwelle angestossen worden ist, liegt doch darin, dass hier [..] die Ärmeren gegen die Ärmsten instrumentalisiert werden.”
Vor Kurzem habe ich etwas Seltsames gelesen. Männer würden sich beim Sex (mit Frauen) als Dienstleister fühlen. Und es ging nicht ums Sexbiz, sondern um private Paarbeziehungen. Da pack ich ein. Wie kommt jemand dazu, so etwas grausam Dämliches und Schreckliches zu schreiben? Das darf ja wohl nicht wahr sein! Und sollte da was dran sein, kann es sich doch nur um eine Verwechslung bzw. um experimentell-sportliche Übungen unter Jäger(inne)n und Sammler(inne)n handeln, oder? ;-)

| Offene Arbeitsstellen | 570 000 |
| Arbeitslose | 3 267 907 |
So leicht zeigt onli blogging, dass die ganze Schmarotzer Diskussion an der Realität vorbei geführt wird. Fördern und fordern schön und gut, aber wo keine Jobs sind kann sich ein Arbeitsloser so viel bewerben, wie er will. Das Problem geht nicht weg, wenn wir die Leute noch mehr unter Druck setzen.
Dazu kommt, dass die Arbeitslosenstatistik bekannter Weise starkt geschönt ist. Seht den Tatsachen ins Auge: Es wird nie wieder Vollbeschäftigung geben. Wir brauchen stattdessen ein auf Dauer tragbares Sozialsystem.
Margot Käßmann ist zurückgetreten. Hatte sie die Wahl? Scheiß selbstgerechte Doppelmoral unserer Mediengesellschaft. Frau, Bischöfin. Alles klar. Am schlimmsten sind noch die Bewertungen der Rücktrittsentscheidung seitens der Medien, die die öffentliche Meinung in vorauseilendem Gehorsam beeinflussen und moralinsauer bedienen. Erst jubeln sie das Thema hoch, erzeugen und verstärken den Druck, und dann schwingen sie sich noch dazu auf, den Rücktritt zu bewerten und teils anerkennende Kommentare abzugeben.
Den Überblick über den (Online-)Medienhype vermittelt news.google.de.
“Warum ich hier noch einmal das Wort ergreife, ist die Normalität mit der man das von der Kirche erwartet. Wären solche Fälle von Kindesmissbrauch in einer Einrichtung der Scientologen passiert … ich wäre mir sicher, dass noch heute deren Büros in Flammen stünden und morgen ein Gesetz zum Verbot erlassen würde. Aber von der christlichen Kirche ist man das ja schon gewohnt. Das sind halt die notgeilen alten Säcke, die seit 2000 Jahren auf kleine Jungs stehen. Das war schon immer so. Kein Grund zur Aufregung.”
Vom Wesen der Kirche bei anmutunddemut.de
Anna Gavaldas Roman “Zusammen ist man weniger allein” - die Originalausgabe erschien 2004 unter dem Titel ”Ensemble, c’est tout” - war schon ein Geschenk. Die wunderbar herzerwärmende und auch komische Geschichte von Philibert, Camille, Franck und Paulette ist einfach lesenswert.
Sicher bietet das Buch im Überfluss den Stoff für eine Verfilmung - nicht zuletzt Paris als Schauplatz und die Vorlage für einen klasse Soundtrack. Doch wie groß und angenehm war dennoch die Überraschung, als ich heute unverhoffft den gleichnamigen Film kennengelernt habe. Absolut sehenswert und wie gemacht für etwas trübe Februartage.
Jede Menge Soundtrack-Beispiele aus “Zusammen ist man weniger allein” gibts auf YouTube.
“Ein Lied von Liebe und Tod – Gloomy Sunday” - Ein Lied gab dem Film seinen Namen, und es spielt in ihm eine entsprechend wichtige Rolle.
Das Lied wirkt innerhalb der Welt des Films faszinierend abgründig. Und es hat eine bemerkenswerte, reale Geschichte: Es heißt Trauriger Sonntag (Originaltitel: Szomorú Vasárnap) und wurde 1933 von dem ungarischen Pianisten Rezsö Seress komponiert. Das Stück hatte phänomenal-wahnwitzige Wirkung auf die Menschen und wurde vom Volksmund bald Ungarisches Selbstmordlied genannt.
“Gloomy Sunday” in der Original-Klavierversion auf YouTube.
Irre ist auch die Rezeptions- und Wirkungsgeschichte. Es gibt unzählige Textversionen. Die wohl bekannteste beginnt so:
“Sunday is gloomy, my hours are slumberless
Dearest the shadows I live with are numberless
Little white flowers will never awaken you
Not where the black coach of sorrow has taken you
Angels have no thought of ever returning you
Would they be angry if I thought of joining you?”
Zum kompletten Liedtext von Sam M. Lewis, der auch Björks Interpretation zugrundeliegt.
By the way, if anyone here is in advertising or marketing, kill yourself.
— Bill Hicks