Das Paradoxe ist, dass sie uns Staatsfeinde nennen werden. Terroristen. Und sie werden uns im Namen der Freiheit einsperren, so wie sie jetzt schon im Namen der Menschlichkeit foltern. Dabei wollen wir nur das, was bei ihnen leere Worthülsen sind. Demokratie. Rechtsstaat. Eine Verfassung, die mehr wert ist, als das Papier auf dem sie gedruckt ist.
Unsere Demonstrationen für den Frieden werden mit quasi-militärischen Mitteln niedergeschlagen. Unsere demokratische Beteiligung wird mit quasi-diktatorischem Herrschaftsanspruch weggewischt. Unser Engagement lächerlich gemacht.
Wir sind mit staatlichen Schulen aufgewachsen,
in dem glauben in einem demokratischen freiheitlichen Rechtsstaat zu leben. In dem glauben auf Chancengleichheit, auf ein Bildungsideal. In dem glauben niemals durchs soziale Netz fallen zu können. Das alles stimmt aber nicht. Und das wird uns langsam klar.
Und wir sind kurz vorm Ausrasten!
Schon lange sind wir eine außerparlamentarische Opposition. Schon lange denkt niemand im Parlament mehr wie wir. Schon lange fühlt niemand im Parlament mehr wie wir. Die Nichtwähler sind in der Überzahl, sie alle werden im Parlament nicht mehr
repräsentiert. Und wir müssen nicht mehr in den Untergrund gehen. Wir leben schon lange im Untergrund. In einer Parallelgesellschaft die so weit weg ist, dass wir auch vom Mars kommen könnten. Selbst unsere Parteien sind APO. Die Linke wird kategorisch ausgeschlossen (sie sei angeblich nicht koalitionsfähig, bzw. undemokratisch), die Piraten werden erst gar nicht ins Parlament kommen. Eine ganze Generation ist eine kriminelle Vereinigung.
Wieder werden die Stimmen der Vernunft nicht gehört. Wieder wird nicht mal auf die grundlegendsten Bedürfnisse eingegangen. Sie nehmen uns die Luft zu atmen. Sie machen die gleichen Fehler noch einmal. Geschichte wiederholt sich.
