Die aktuellen Bemühungen zum “Nichtraucherschutz” werden allgemein eher als Einschränkung der Raucher (bzw. von den Nichtrauchern als Erleichterung) empfunden. Das Thema wird vor allem als Politikum diskutiert: Wie reagieren die Wähler?
Doch das eigentliche Thema wird dabei weit verfehlt. Es geht hier nicht um Gemütlichkeit in einer Kneipe. Es geht auch nicht um die stinkenden Klamotten nach einem freitagnächtlichen Clubbesuch. Es geht um nichts geringeres, als das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Jeder hat das Recht selbst zu entscheiden wann und welche Stoffe er zu sich nimmt.
Man stelle sich vor, jemand würde einen auf offener Straße dazu zwingen Alkohol zu trinken. Das wäre Körperverletzung. Genau das gleiche, wenn jeman einem Cannabis-Gebäck unterschiebt. Aber wenn mir jemand an der Straßenbahnhaltestelle im Vorbeigehen eine Wolke Rauch ins Gesicht bläst, dann gehört das zum kulturellen Leben?
Bill Hicks (der bekennender Kettenraucher war) hat einmal gesagt:
“Here is my final point. About drugs, about alcohol, about pornography and smoking and everything else. What business is it of yours what I do, read, buy, see, say, think, who I fuck, what I take into my body - as long as I do not harm another human being on this planet?”
Dabei hat er genau den Knackpunkt erkannt: “as long as I do not harm another human being on this planet” - so lange ich niemand anderem Schade. Und genau darauf möchte auch ich heraus. Jeder darf meinetwegen so viel rauchen, wie er möchte. In seinem stillen Kämmerlein. Aber sobald er andere dem Rauch aussetzt, überschreitet er eine Grenze.
Eine Mutter raucht im Auto, während ihre beiden Kinder hinten sitzen und sich nicht wehren können. In meinen Augen ist das Körperverletzung. Jemand bläst in einer Einkaufstraße eine Rauchwolke mitten in eine Menschengruppe. Nur weil es kein geschlossener Raum ist, in dem sich der Qualm ansammelt, heißt das noch lange nicht, dass nicht Menschen den Rauch einatmen.
Was ich also fordere ist eine ganz einfach und allgemeine Gesetzgebung, die das Rauchen jeglicher Substanzen einschließt und bestimmt, dass niemand gegen seinen Willen diesem Rauch ausgesetzt werden darf. Niemals und unter keinen Umständen. Damit hätten sich dann alle Diskussionen um Ausnahmen und dieses Hickhack erledigt. Außerdem kann kaum jemand bei gesunden Menschenverstand dagegen argumentieren. Sollte er es doch tun, führen wir seinem Körper gegen seinen Willen Gifte zu.
“Nikotin ist eine Droge und ein starkes Nervengift.”
Quelle: Wikipedia - Nikotin
Weitere Informationen zum Thema:
- Nichtraucherinitiative Deutschland
- Nichtraucher-Blogs
- Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz im med & tech Blog
- Nichtraucherschutzgesetz muss der “Berliner Kneipe” gerecht werden
- CSU auf Stimmfang
- Nichtraucherschutz bei Wikipedia
- Rauchverbot bei Wikipedia
- Rechtslage zum Schutze des Nichtrauchers [PDF]
- Nichtraucherschutz ist keine Frage der Geruchsbelästigung, sondern des Gesundheitsschutzes
- Nichtraucherschutzgesetz in Niedersachsen - Gesetztestext
- Nichtraucherschutzgesetz in NRW - Gesetztestext
- Rauchen in der Partnerschaft im Frauenblog
- Rauchverbot in Katalonien mit breiter Zustimmung
- blog.liberale.at ist der Meinung eine Kennzeichnung von Gaststätten als Raucherlokal würde genügen und übersieht dabei, dass es kaum freiwillige Nichtraucherlokale gibt. Allen Nichtrauchern bleibt also die Wahl zwischen giftigem Rauch und Ausschluss aus dem kulturellen Leben.