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	<title>Netzhæuter &#187; empfehlenswert</title>
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	<description>Bücher, Kultur, Kunst, Anarchie und so Zeug halt</description>
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		<title>Zusammen ist man weniger allein</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 17:36:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>unnamed</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anna Gavaldas Roman &#8220;Zusammen ist man weniger allein&#8221; - die Originalausgabe erschien 2004 unter dem Titel &#8221;Ensemble, c&#8217;est tout&#8221; -  war schon ein Geschenk. Die wunderbar herzerwärmende und auch komische Geschichte von Philibert, Camille, Franck und Paulette ist einfach&#160;lesenswert. Sicher bietet das Buch im Überfluss den Stoff für eine Verfilmung - nicht zuletzt Paris als Schauplatz und die Vorlage für einen klasse [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anna Gavaldas Roman <a href="http://www.hanser-literaturverlage.de/buecher/buch.html?isbn=978-3-446-20612-0">&#8220;Zusammen ist man weniger allein&#8221;</a> - die Originalausgabe erschien 2004 unter dem Titel &#8221;Ensemble, c&#8217;est tout&#8221; -  war schon ein Geschenk. Die wunderbar herzerwärmende und auch komische Geschichte von Philibert, Camille, Franck und Paulette ist einfach&nbsp;lesenswert.</p>
<p>Sicher bietet das Buch im Überfluss den Stoff für eine Verfilmung - nicht zuletzt Paris als Schauplatz und die Vorlage für einen klasse Soundtrack. Doch wie groß und angenehm war dennoch die Überraschung, als ich heute unverhoffft den gleichnamigen <a href="http://www.zusammen-ist-man-weniger-allein.de/">Film</a> kennengelernt habe. Absolut sehenswert und wie gemacht für etwas trübe&nbsp;Februartage.</p>
<p>Jede Menge <a href="http://www.youtube.com/results?search_query=Ensemble%2C+c%27est+tout&amp;search_type=&amp;aq=f">Soundtrack-Beispiele aus &#8220;Zusammen ist man weniger allein&#8221;</a> gibts auf&nbsp;YouTube.</p>
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		<title>&#8220;Lila, Lila&#8221; lesen!</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 09:56:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>unnamed</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer sich für Literatur sehr interessiert und also mehr als gerne liest, wird ermessen können, was es bedeutet, eine ernste Leseblockade zu haben. Umso größer das Glück, endlich wieder zum Lesen verführt zu&#160;werden. Der Autor Martin Suter ist für mich ein solcher Glücksbringer. Nach &#8220;Der letzte Weynfeldt&#8221; ist &#8220;Lila, Lila&#8221; der zweite Roman von ihm, den ich mit Neugier und Genuss gelesen&#160;habe. Eine schön-traurige Liebesgeschichte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich für Literatur sehr interessiert und also mehr als gerne liest, wird ermessen können, was es bedeutet, eine ernste Leseblockade zu haben. Umso größer das Glück, endlich wieder zum Lesen verführt zu&nbsp;werden.</p>
<p>Der Autor Martin Suter ist für mich ein solcher Glücksbringer. Nach &#8220;Der letzte Weynfeldt&#8221; ist &#8220;Lila, Lila&#8221; der zweite Roman von ihm, den ich mit Neugier und Genuss gelesen&nbsp;habe.</p>
<p>Eine schön-traurige Liebesgeschichte, kunstvoll, ohne Klischees und einfach großartig erzählt. Gleichzeitig eine kennerhafte, fast satirische Darstellung des&nbsp;Literaturbetriebs.</p>
<p>Buchtipp: &#8220;Lila, Lila&#8221; von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Suter">Martin&nbsp;Suter</a></p>
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		<title>&#8220;Der letzte Weynfeldt&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 21:45:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>unnamed</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
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		<category><![CDATA[rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Adrian Weynfeldt, Mitte fünfzig, Junggeselle, großbürgerlicher Herkunft, Kunstexperte bei einem internationalen Auktionshaus, lebt in einer riesigen Wohnung im Stadtzentrum. Mit der Liebe hat er abgeschlossen. Bis ihn eines Tages eine jüngere Frau dazu bringt, sie - entgegen seinen Gepflogenheiten - mit nach Hause zu&#160;nehmen.&#8221; Mehr soll hier nicht verraten werden, eine Inhaltsangabe findet sich schließlich&#160;leicht. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="dquo">&#8220;</span>Adrian Weynfeldt, Mitte fünfzig, Junggeselle, großbürgerlicher Herkunft, Kunstexperte bei einem internationalen Auktionshaus, lebt in einer riesigen Wohnung im Stadtzentrum. Mit der Liebe hat er abgeschlossen. Bis ihn eines Tages eine jüngere Frau dazu bringt, sie - entgegen seinen Gepflogenheiten - mit nach Hause zu&nbsp;nehmen.&#8221;</p>
<p>Mehr soll hier nicht verraten werden, eine Inhaltsangabe findet sich schließlich&nbsp;leicht.</p>
<p>Das Buch ist ein echter <a href="http://szenesprachenwiki.de/definition/pageturner/">Pageturner.</a> Warum ist es so bemerkenswert und lesenswert?<span id="more-1366"></span></p>
<p>Das Buch erzählt vor allem von großer Einsamkeit, in der sich der durch und durch kultivierte Protagonist sogar würdevoll eingerichtet hat. Von seinen sogenannten Freunden lässt er sich ausnehmen, ohne das geringste Gefühl von Erniedrigung zu spüren oder gar mit seiner Situation zu hadern. Bis es zu einem offenen Verrat&nbsp;kommt.</p>
<p><span class="dquo">&#8220;</span>Wer will schon Gewissheit, wenn es um die Frage Liebe oder Verrat&nbsp;geht?&#8221;</p>
<p>Adrian Weynfeldt weiß, was zu tun ist, und er wehrt sich auf seine Weise. Intelligent, unauffällig und zielsicher. Und er wird&nbsp;belohnt.</p>
<p>Und so kommt es, dass man sich nach der Lektüre dabei ertappt, den Titel als &#8220;Der große Weynfeldt&#8221; in Erinnerung zu&nbsp;behalten.</p>
<p>Nur die letzten Seiten überzeugen nicht ganz. Ansonsten ist das Buch nur&nbsp;empfehlenswert.</p>
<p>Abgesehen von der Geschichte und der brillanten Sprache besticht das Buch durch Einblicke in die Welt der Kunst und&nbsp;Kultur.</p>
<p>Genau genommen sollte man Bücher über Kunstgeschichte, Architektur und Möbeldesign in greifbarer Nähe haben, um sich den kulturellen Detailreichtum und die Eleganz dieser erzählten Welt vor Augen zu&nbsp;führen.</p>
<p>Das geht aber ganz sicher erst, wenn man das Buch ein zweites Mal liest. Beim ersten Mal möchte man nur wissen, wie es weitergeht und wie es&nbsp;endet.</p>
<p style="text-align: right;"><span class="dquo">&#8220;</span>Der letzte Weynfeldt&#8221; von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Suter">Martin&nbsp;Suter</a></p>
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		<title>Lesetipp</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Nov 2009 18:51:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>unnamed</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Weshalb es zu Ende ging, hatte er nie richtig begriffen. Ein Streit, eine kleine Abnutzungserscheinung, ein Fall von grundloser Eifersucht, er konnte es beim besten Willen nicht rekonstruieren. Aber er war sich sicher, dass sie heute noch zusammen wären, wenn er damals eine - eine einzige - Silbe herausgebracht hätte. Er hatte sprach- und tatenlos [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="dquo">&#8220;</span>Weshalb es zu Ende ging, hatte er nie richtig begriffen. Ein Streit, eine kleine Abnutzungserscheinung, ein Fall von grundloser Eifersucht, er konnte es beim besten Willen nicht rekonstruieren. Aber er war sich sicher, dass sie heute noch zusammen wären, wenn er damals eine - eine einzige - Silbe herausgebracht hätte.<span id="more-1337"></span></p>
<p>Er hatte sprach- und tatenlos mit ansehen müssen, wie sie gegangen war. Nicht entschlossen oder wütend, sondern niedergeschlagen und zögerlich. Als wartete sie bis zum allerletzten Moment, dass er sie&nbsp;zurückhalte.</p>
<p>Sie hatte gesagt, sie werde ihre Sachen in ein paar Tagen abholen lassen. Als sie das nach einer Woche noch immer nicht getan hatte, schöpfte er wieder Hoffnung. Nach zehn Tagen rief er bei ihren Eltern an. Von ihnen erfuhr er, dass sie zwei Tage nach ihrem Weggang einen Autounfall hatte. Sie war noch an der Unfallstelle&nbsp;gestorben.&#8221;</p>
<p style="text-align: right;">Aus:  &#8221;Der letzte Weynfeldt&#8221; von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Suter">Martin&nbsp;Suter</a></p>
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		<title>&#8220;Leaving on a mayday&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Feb 2009 22:38:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>unnamed</dc:creator>
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		<category><![CDATA[empfehlenswert]]></category>
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		<category><![CDATA[sinatra]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit ihrer neuen CD &#8220;Leaving on a mayday&#8221; entspricht Anna Ternheim sicher ihrem Image, eine Meisterin des traurig-schönen Popsongs zu&#160;sein. Doch ist die Welt der Etikettierungen das eine und die vorbehaltlose Annäherung das andere. So sind Überraschungen möglich. Die größte Überraschung für mich sind die fünf Frank-Sinatra-Coverversionen, die die Erstauflage dieser neuen CD enthält: &#8220;New York, New York&#8221;, &#8220;Come fly with me&#8221;, &#8220;Fly [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit ihrer neuen CD &#8220;<a href="http://www.annaternheim.com/?sid=release&amp;id=723">Leaving on a mayday</a>&#8221; entspricht <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Ternheim">Anna Ternheim</a> sicher ihrem Image, eine Meisterin des traurig-schönen Popsongs zu&nbsp;sein.</p>
<p>Doch ist die Welt der Etikettierungen das eine und die vorbehaltlose Annäherung das andere. So sind Überraschungen möglich.<span id="more-322"></span></p>
<p>Die größte Überraschung für mich sind die fünf Frank-Sinatra-Coverversionen, die die Erstauflage dieser neuen CD enthält: &#8220;New York, New York&#8221;, &#8220;Come fly with me&#8221;, &#8220;Fly me to the moon&#8221;, &#8220;That&#8217;s life&#8221; und &#8220;Strangers in the&nbsp;night&#8221;.</p>
<p>Experimentierfreudig, verspielt,&nbsp;modern.</p>
<p>Anna Ternheim hat sich die Stücke quasi &#8220;anverwandelt&#8221;, und &#8221;Coverversionen&#8221; trifft als Begriff im Grunde auf diese Produktionen kaum noch zu. Die Chemie zwischen Produzent und Künstlerin hat offensichtlich wunderbar&nbsp;gestimmt.</p>
<p>Kurz und gut:  Dies ist ein Tipp für alle, denen das orchestrale Entertainment, das Pathos und auch die weltmännische Lässigkeit und Selbstgewissheit Sinatras eher fremd (geworden)&nbsp;ist.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p style="align:center"> </p>
<p>
<object width="480" height="295" data="http://www.youtube.com/v/nOaR6rBbeqo&amp;hl=de&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/nOaR6rBbeqo&amp;hl=de&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object>
</p>
<p>Weitere Rezensionen finden sich beim <a href="http://www.beatblogger.de/2008/12/anna-ternheim-leaving-on-a-mayday/">Beatblogger</a> und bei&nbsp;<a href="http://www.motor.de/motormeinung/motormeinung/motor.de/anna_ternheim_leaving_on_a_mayday.html">Motor</a>.</p>
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		<title>500beine &#8211; tausend Texte</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 16:55:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>unnamed</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[500beine]]></category>
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		<description><![CDATA[Normalerweise wird hier nicht einfach so Werbung für andere Blogs oder Webseiten gemacht. Aber 500beine hat es mir angetan. Selten sah ein Blog so scheiße aus. Selten hatte ein Blogschreiber so viel literarisches Potential.  Und das ist auch schon das Einzige, was man in diesem Blog findet: Ein Typ&#160;schreibt. &#8220;Für einen Künstler gibt es nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Normalerweise wird hier nicht einfach so Werbung für andere Blogs oder Webseiten gemacht. Aber <a href="http://500beine.myblog.de/">500beine</a> hat es mir angetan. Selten sah ein Blog so scheiße aus. Selten hatte ein Blogschreiber so viel literarisches Potential.  Und das ist auch schon das Einzige, was man in diesem Blog findet: Ein Typ&nbsp;schreibt.</p>
<blockquote><p><span class="dquo">&#8220;</span>Für einen Künstler gibt es nur eine goldene Regel: sei einfach. Das erfolgreichste Lied aller Zeiten baut auf zwei Akkorden auf, A-Dur, E-Dur. Und dazu La Paloma pfeifen. Mehr nicht. Das reicht.&#8221;<span id="more-220"></span></p>
</blockquote>
<blockquote><p><span class="dquo">&#8220;</span>In einer Parallelklasse, so höre ich, hat am Vortag die alte Kunstlehrerin, genervt vom ständigen Handy-Geklingel, sämtliche Handys einkassiert, dabei aber nicht bemerkt, dass alle Schüler bloß ihren Taschenrechner abgegeben&nbsp;haben.</p>
<p>Ich glaub, ich bin auch eine alte Kunstlehrerin, und geh schnell&nbsp;weiter.</p>
<p>Hoffentlich erkennt mich&nbsp;keiner.&#8221;</p>
<p><span class="dquo">&#8220;</span>Keiner ruft an, Post kommt nicht.<br />
 „Wir sind Gottes vergessene Kinder!&#8221; ruft die Gräfin glücklich.<br />
 Hoffentlich hält dieser Zustand noch was&nbsp;an.&#8221;</p>
<p><span class="dquo">&#8220;</span>Unsere Form von Autismus:<br />
 So viel wie möglich mitkriegen<br />
 ohne behelligt zu<br />&nbsp;werden.&#8221;</p>
</blockquote>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Genug Zitate, selber lesen, unter<a href="http://500beine.myblog.de"> http://500beine.myblog.de<br />
 </a></p>
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		<title>Das Herz ist ein einsamer Jäger</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Nov 2008 15:26:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kafkaesk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieses Buch war keine Axt für das gefrorene Meer in mir. Aber es beschreibt sehr gut die gefrorene  Landschaft, in der ich mich jeden Tag&#160;bewege. Carson McCullers lässt diese Geschichte um einen Taubstumme Mann namens Singer kreisen. Die Perspektive wechselt jedoch immer wieder zu anderen Personen, die auf verschiedene Weise Kontakt zu Singer oder auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2008/11/das-herz-ist-ein-einsamer-jager_diogenes.jpg" target="_blank"><img class="alignleft size-medium wp-image-141" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" title="das-herz-ist-ein-einsamer-jager_diogenes" src="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2008/11/das-herz-ist-ein-einsamer-jager_diogenes-188x300.jpg" alt="Carson McCullers - Das Herz ist ein einsamer Jäger - Buchcover" width="188" height="300" /></a>Dieses Buch war keine <a href="http://www.netzhaeuter.de/bucher/ein-buch-mus-die-axt-sein-fur-das-gefrorene-meer-in-uns">Axt für das gefrorene Meer</a> in mir. Aber es beschreibt sehr gut die gefrorene  Landschaft, in der ich mich jeden Tag&nbsp;bewege.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carson_McCullers">Carson McCullers</a> lässt diese Geschichte um einen Taubstumme Mann namens Singer kreisen. Die Perspektive wechselt jedoch immer wieder zu anderen Personen, die auf verschiedene Weise Kontakt zu Singer oder auch untereinander&nbsp;haben.</p>
<p>Ende der 30er Jahre in einer kleinen Stadt in den Südstaaten der USA gibt es sehr unterschiedliche Lebenswelten. Die Armut, Krankheit und Unterdrückung der Arbeiter, die in den Fabriken arbeiten (und oft auch sterben). Den Luxus der reichen in ihren Villen. Die bescheidene Zufriedenheit des schwarzen Hausmädchens. Doch manche sehen über die Grenzen dieser Mikrokosmen hinweg oder fühlen anders, als die Menschen in Ihrem&nbsp;Umfeld.</p>
<p>Besonders bewegt haben mich von diesen Menschen der schwarze Arzt Benedict Copeland und das Mädchen Mick Kelly.<span id="more-119"></span><br />
 Dr. Copeland ist einer der wenigen gebildeten schwarzen in dieser Stadt. Er hat hohe Ziele für seine &#8220;Rasse&#8221; und möchte etwas ändern, etwas bewegen. Er wünscht sich Freiheit, Gleichberechtigung und Gerechtigkeit. Einen seiner Söhne nennt er denn auch Karl Marx und setzt seine Hoffnung in seine Kinder: Sie sollen seinen Traum leben. Doch seine Kinder sind nicht wie er und entgleiten ihm. Seine Tochter wird Hausmädchen und ist damit zufrieden einer weißen Familie zu dienen. Einer seiner Söhne gerät ins Gefängnis und wird dort verstümmelt.<br />
 Sein ganzes Leben lang versucht Dr. Copeland die schwarzen nicht nur zu heilen, sondern auch aufzuklären. Doch als er alt und krank seinen Beruf aufgeben muss, hat sich von seinem großen Traum praktisch nichts&nbsp;erfüllt.</p>
<p>Für mich war es dabei sehr interessant die Lebenswelt der schwarzen in den 30er Jahren sehr eindringlich und sowohl aus der Perspektive eines schwarzen, als auch aus der Perspektive der weißen um ihn kennen zu lernen. Natürlich wusste ich, dass schwarze im Bus nur hinten stehen durften und auf vielfache Art ausgegrenzt wurden. Aber so direkt, so persönlich von einer Zeitzeugin (das Buch erschien 1940) geschildert hatte ich es noch nicht erlebt. In Erinnerung bleiben wird mir z.B. die Szene, in der Dr. Copeland sich eine Zigarette anzünden will und der zufällig vorbeikommende Singer ihm Feuer gibt. Eine alltägliche Begebenheit, die aber in den 30ern etwas so besonderes ist, dass Dr. Copeland ab dem Zeitpunkt davon überzeugt ist Singer sei nicht wie die anderen&nbsp;weißen.</p>
<p>Die zweite für mich wichtige Person ist Mick Kelley, ein 13jähriges Mädchen. Sie wächst in einer relativ großen Famile der unteren Mittelschicht auf. Anders als die anderen ist sie durch eine besondere Begabung. Heimlich hört sie durch das offene Fenster einer anderen Familie klassische Musik, die sie nicht mehr loslässt. Mick versucht sich selbst eine Geige zu bauen, lernt Noten zu lesen und schreibt eigene Musik. Doch in Ihrer Familie merkt niemand etwas von ihrer außergewöhnlichen Begabung. Nur Singer erzählt sie&nbsp;davon.</p>
<p>Schriftstellerisch ist das Buch sehr gut. Die Sprache ist schön und klar und den erzählten Geschichten angemessen. Wie McCullers am Anfang immer wieder die Sichtweise auf einen neuen Protagonisten schwenkt und damit trotzdem die gesamte Geschichte weiter treibt bis sie dann anfängt engere Kreise um die Gruppe zu ziehen und die Handlungsstränge immer weiter zusammenführt, hat mich sehr fasziniert. Die Charaktere entwickeln sich realistisch und ohne erzählerische Brecheisen. Schon ab der ersten Seite wird man hinein gezogen und es macht einfach nur Spaß zu lesen.<br />
 Dabei bleibt es allerdings die meiste Zeit eine schön erzählte Geschichte. Die echte Tiefe, das aufwühlende habe ich vermisst. Die Geschichte ist schön und traurig, man liest sie gerne; man möchte einen Teil des Weges mit diesen Personen gehen. Doch am Ende bleiben &#8220;nur&#8221; Erinnerungen an die gemeinsam verbrachte&nbsp;Zeit.</p>
<p><strong>Fazit:</strong> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Herz_ist_ein_einsamer_J%C3%A4ger">Das Herz ist ein einsamer Jäger</a> ist ein schriftstellerisch wundervolles Buch, das sich hervorragend z.B. als Urlaubslektüre, oder für Nachmittage im Park eignet. Auch für angehende Schriftsteller extrem&nbsp;empfehlenswert.</p>
<h2>Infos:</h2>
<p>Die mir vorliegende Ausgabe ist erschienen bei <a href="http://www.diogenes.ch">Diogenes</a> (1974). Das Frontcover ist ein Gemälde von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Hopper">Edward Hopper</a> mit dem Titel &#8220;<a href="http://images.google.com/images?hl=en&amp;client=firefox-a&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;hs=uP&amp;q=Edward%20Hopper%20automat&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;sa=N&amp;tab=wi">Automat</a>&#8221;.</p>
<p>Informationen zur Autorin Carson&nbsp;McCullers:</p>
<ul>
<li>bei&nbsp;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carson_McCullers">Wikipedia</a></li>
<li>beim <a href="http://www.diogenes.ch/leser/autoren/a-z/m/mccullers_carson/biographie">Diogenes&nbsp;Verlag</a></li>
<li>ausführlicher bei der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Carson_McCullers">englischen&nbsp;Wikipedia</a></li>
<li>bei <a href="http://lexikon.meyers.de/wissen/Carson+McCullers+(Personen)">Meyers Lexikon&nbsp;online</a></li>
<li>ein <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Carsonmccullers.jpg">Bild der Autorin</a> bei Wikipedia&nbsp;Commons</li>
<li>auf englisch beim <a href="http://www.carson-mccullers.com/">Carson McCullers&nbsp;Project</a></li>
</ul>
<p><a href="http://www.diogenes.ch/leser/katalog/a-z/h/9783257201437/buch">Informationen zum Buch</a> beim Diogenes&nbsp;Verlag.</p>
<p>Weitere&nbsp;Rezensionen:</p>
<ul>
<li>Elke Heidenreich <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E5BBEB254E7E74F899197B8F2D9DF3B2F~ATpl~Ecommon~Scontent.html">beschreibt es bei FAZ.net als ihr Lieblingsbuch </a></li>
<li>Wikipedia hat <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Herz_ist_ein_einsamer_J%C3%A4ger">Inhaltsangaben der einzelnen&nbsp;Kapitel</a></li>
<li>bei <a href="http://www.dieterwunderlich.de/McCullers_herz.htm">Dieter&nbsp;Wunderlich</a></li>
<li>bei&nbsp;<a href="http://www.die-leselust.de/buch/1023.html">Leselust</a></li>
<li>bei&nbsp;<a href="http://www.lesekost.de/Us/HHLUS22.htm">Lesekost</a></li>
<li>und bei&nbsp;<a href="http://www.buechereule.de/wbb2/thread.php?threadid=31991">Büchereule.de</a></li>
</ul>
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		<title>Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Oct 2008 20:48:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kafkaesk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[empfehlenswert]]></category>
		<category><![CDATA[glasperlenspiel]]></category>
		<category><![CDATA[hesse]]></category>
		<category><![CDATA[kafka]]></category>
		<category><![CDATA[lichtenberg]]></category>
		<category><![CDATA[steppenwolf]]></category>
		<category><![CDATA[zitat]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin heute zufällig über ein Zitat beim buch blogger gestolpert, welches er Georg Christoph Lichtenberg zuschreibt. Wie aber in den Kommentaren auf der Seite auch schon erwähnt wurde, stammt es wohl von Franz Kafka. Ich hab auf die Schnelle nur eine Quelle gefunden, die es auch Lichtenberg zuordnet:&#160;http://www.garten-literatur.de/Leselaube/lichtenberg_buch.htm Den Brief, in dem Kafka es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin heute zufällig über ein Zitat beim <a href="http://www.einfach-persoenlich.de/buch-blogger/2007-01-24/ein-buch-muss-eine-axt-fuer-uns-sein/">buch blogger</a> gestolpert, welches er Georg Christoph Lichtenberg zuschreibt. Wie aber in den Kommentaren auf der Seite auch schon erwähnt wurde, stammt es wohl von Franz Kafka. Ich hab auf die Schnelle nur eine Quelle gefunden, die es auch Lichtenberg zuordnet:&nbsp;<a href="http://www.garten-literatur.de/Leselaube/lichtenberg_buch.htm">http://www.garten-literatur.de/Leselaube/lichtenberg_buch.htm</a></p>
<p>Den Brief, in dem Kafka es schreibt, habe ich aber vorliegen (Franz Kafka, Briefe 1902- 1924, <a href="http://www.franzkafka.de/franzkafka/kafkas_werk_bei_s_fischer/">Fischer Verlag </a>1998, Seite 27&nbsp;ff).</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;"><span class="dquo">&#8220;</span>Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? Damit es uns glücklich macht, wie Du schreibst? Mein Gott, glücklich wären wir eben auch, wenn wir keine Bücher hätten, und solche Bücher, die uns glücklich machen, könnten wir zur Not selber schreiben. Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in Wälder vorstoßen würden, von allen Menschen weg, wie ein Selbstmord, ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.&#8221;<a style="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bild:Ammersee_29.01.2006.jpg&amp;filetimestamp=20070620102420" title="Description 	  Ammersee im Winter - Lake Ammersee in winter Source 	  Bild selber fotografiert - own work Date 	  29.01.2006 - 01/29/2006 Author 	  Thomas Then Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the GNU Free Documentation License" rel="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bild:Ammersee_29.01.2006.jpg&amp;filetimestamp=20070620102420" href="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2008/10/ammersee_29012006.jpg" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-80 aligncenter" style="margin-top: 10px; margin-bottom: 10px;" title="Description 	  Ammersee im Winter - Lake Ammersee in winter Source 	  Bild selber fotografiert - own work Date 	  29.01.2006 - 01/29/2006 Author 	  Thomas Then Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the GNU Free Documentation License" src="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2008/10/ammersee_29012006-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
</blockquote>
<p><span id="more-62"></span>Bewußt war mir bisher der letzte Teilsatz &#8220;Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.&#8221;, der inzwischen als Postcardenspruch herhalten muß. Aber grade der Anfang beschreibt sehr gut, was ich Büchern gegenüber empfinde. Warum ich Kafka mag. Oder den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Steppenwolf">Steppenwolf</a>. Aber auch, warum andere Bücher mich so kalt lassen, obwohl viele Menschen sie für großartige Literatur halten. Um bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Hesse">Hesse </a>zu bleiben, wäre das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Glasperlenspiel">Glasperlenspiel </a>so ein Beispiel. Ich fand es einfach belanglos, es hat mich nicht zerfleischt und mir keine neuen Denkweisen&nbsp;gezeigt.</p>
<p>Wenn ich es etwas weiter zuspitze würde ich sogar sagen: Bücher, die meinen Charakter nicht verändern, sind es nicht wert gelesen zu&nbsp;werden.</p>
<p>Dabei schwingt im ursprünglichsten Sinne die Neugierde, die Gier nach neuem, mit. Es soll meinen Horizont erweitern, meine Grenzen überschreiten und dabei eine tiefe Spur in mein Inneres&nbsp;kratzen.</p>
<p>Ich hoffe ich kann in Zukunft mehr solche Bücher in diesem Blog vorstellen. Hier erstmal eine kleine Auswahl der Bücher, die im Wortsinn mein Leben verändert&nbsp;haben:</p>
<ul>
<li>Der Steppenwolf - Hermann&nbsp;Hesse</li>
<li>Betrachtungen - Frankz&nbsp;Kafka</li>
<li>Es gibt keine schlechten Menschen, sagte der Bär, wenn sie gut zubereitet sind - Stefano&nbsp;Benni</li>
<li>Illuminatus! - Robert Shea &amp; Robert Anton&nbsp;Wilson</li>
</ul>
<p>PS: Im Eisbrecher Blog gibt es eine <a href="http://biblio.eisbrecher.net/wp/2007/04/23/ein-buch-mus-die-axt-sein-fur-das-gefrorene-meer-in-uns/">Zeichnung einer Axt mit einem Buch als&nbsp;Klinge</a>.</p>
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		<title>begradigt den Fluss am Hirn</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Oct 2008 14:12:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>netzhaeuter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[empfehlenswert]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[gott]]></category>
		<category><![CDATA[video]]></category>
		<category><![CDATA[wiglaf droste]]></category>

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		<description><![CDATA[Wiglaf Droste, wie soll man so jemanden Beschreiben? Zu allererst mal nicht mit blöden floskelhaften Fragen wie: &#8220;Wie soll man so jemanden Beschreiben?&#8221;. Sonst würde er mir garantiert wegen Einfallslosigkeit eins auf die Mütze geben. Begrabt mein Hirn an der Biegung des Flusses ist eine Sammlung von absurden Gedichten und anderen Kurztexten. Vor allem aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-26 alignleft" style="margin: 10px;" title="Wiglaf Droste - Begrabt mein Hirn an der Biegung des Flusses" src="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2008/10/droste-hirn.jpg" alt="" width="139" height="239" /></p>
<p><a title="Wiglaf Droste bei Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wiglaf_Droste" target="_blank">Wiglaf Droste</a>, wie soll man so jemanden Beschreiben? Zu allererst mal nicht mit blöden floskelhaften Fragen wie: &#8220;Wie soll man so jemanden Beschreiben?&#8221;. Sonst würde er mir garantiert wegen Einfallslosigkeit eins auf die Mütze geben.<span id="more-25"></span></p>
<p><a title="Nautilus Verlag" href="http://www.edition-nautilus.de/proc.php?buecher/droste/unt_hirn.html" target="_blank">Begrabt mein Hirn an der Biegung des Flusses</a> ist eine Sammlung von absurden Gedichten und anderen Kurztexten. Vor allem aber ist es eins: ganz und gar nicht Hirnlos. Sprachlich im gesamten Bereich zwischen intellektuellem Klugscheisser und abgefuckten Gossengelaber unterwegs steckt &#8220;Wiggi&#8221; seine Nase überall dort rein, wo es weh tut. Selbst bei der ein oder anderen belanglosen Geschichte macht es Spaß seinem Erzähldrang zu&nbsp;folgen.</p>
<p>Aber lassen wir den Meister selbst zu Wort kommen, indem ich aus dem Text &#8220;Das Topspiel der Woche mit Volkers Hilfe (Eine Einkreisung)&#8221;&nbsp;zitiere:</p>
<blockquote><p><span class="dquo">&#8220;</span>&#8230; Gern zum Beispiel kehrt man am Samstag nachmittag in ein unweit der Wohnung gelegenes Café ein, um dort die Übertragung des sogenannten &#8220;Topspiels der Woche&#8221; auf <em>premiere </em>zu verfolgen, weil man selbstverständlich kein <em>premiere </em>Abonnement hat, beziehungsweise wenn man doch eines hätte, damit beschäftigt wäre, darüber nachzudenken, was man falsch gemacht hat in seinem langweiligen Leben; es wird sich wohl um die fatale Entscheidung handeln, mit einem sogenannten Partner zusammenzuleben. Jeder Mensch, auch der prickelndste, nutzt sich durch dauerndes Bewohntwerden dermaßen ab, daß schon recht bald selbst das Fernsehen mehr Faszination verspricht: Erst kommt die Einstiegsdroge ARD/ZDF, irgendwann reicht auch &#8220;Derrick&#8221; nicht mehr, dann heißt es: Kabel her, als nächstes Video, und wenn das Ende naht, abonniert man <em>premiere</em>, und das alles nur, weil jemand sagte, es sei doch so schön, den gemeinsamen Alltag zu teilen. Die von kulleräugigen Unterprimanerinnen mit Sozialkundeleistungskurs geäußerte Behauptung, einsame Menschen würden sich vor dem Fernseher, weil Neil Postman das einmal gesagt hat, &#8220;zu Tode amüsieren&#8221; und dabei vor die Hunde gehen, ist so falsch wie alles, was kulleräugige Unterprimanerinnen mit Sozialkundeleistungskurs so behaupten; es ist im Gegenteil der permanente Sozialkontakt, der die Menschen in die Arme von Alkohol, Religion, Fernsehen und sogar <em>premiere </em>treibt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Oder aus einem anderen Text eine wunderbar aufgeklärte Betrachtung über Gott, &#8220;Wo ißt Gott (Eine säkuläre&nbsp;Spekulation)&#8221;:</p>
<blockquote><p><span class="dquo">&#8220;</span>Ob es einen Gott gibt und wo, wenn ja, im Universum er sich dann herumdrücke, ist mir, von einem nietzscheanisch-atheistisch flackernden Feuer in frühester Jugend einmal abgesehen, immer gleichgültig gewesen, denn die Antwort, wie sie auch ausfällt, ändert ja nichts: Gott ist egal, und was egal ist, darf ignoriert&nbsp;werden.&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>Fazit:</strong> Sehr unterhaltsames Buch, sprachlich weit über durchschnitt. Unbedingt&nbsp;kaufen.</p>
<p style="text-align: center;">Wiglaf Droste<br />
Begrabt mein Hirn an der Biegung des Flusses<br />
erschienen im Edition Nautilus&nbsp;Verlag
</p>
<p style="text-align: center;">
<p>Als kleiner Bonus ohne Zusammenhang mit dem Buch: &#8220;Grönemeyer kann nicht&nbsp;tanzen&#8221;</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/PI0P4KbyHxY&amp;hl=en&amp;fs=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/PI0P4KbyHxY&amp;hl=en&amp;fs=1" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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