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	<title>Netzhæuter &#187; leseprobe</title>
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	<description>Bücher, Kultur, Kunst, Anarchie und so Zeug halt</description>
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		<title>Kafkas Aphorismen</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 15:06:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>netzhaeuter</dc:creator>
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		<category><![CDATA[aphorismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren&#160;Weg 1 Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu&#160;werden. 2 Alle menschlichen Fehler sind Ungeduld, ein vorzeitiges Abbrechen des Methodischen, ein scheinbares Einpfählen der scheinbaren&#160;Sache. 3 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: left;">Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren&nbsp;Weg</h2>
<p><img class="alignright size-full wp-image-1638" title="Franz Kafka - Schattenbild" src="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2010/01/kafka_schatten5.jpg" alt="" width="200" height="208" /><img src="http://www.kafka.org/img/leer.gif" alt="" width="1" height="20" />1 Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu&nbsp;werden.</p>
<p>2 Alle menschlichen Fehler sind Ungeduld, ein vorzeitiges Abbrechen des Methodischen, ein scheinbares Einpfählen der scheinbaren&nbsp;Sache.</p>
<p>3 Es gibt zwei menschliche Hauptsünden, aus welchen sich alle andern ableiten: <span id="more-1087"></span>Ungeduld und Lässigkeit. Wegen der Ungeduld sind sie aus dem Paradiese vertrieben worden, wegen der Lässigkeit kehren sie nicht zurück. Vielleicht aber gibt es nur eine Hauptsünde: die Ungeduld. Wegen der Ungeduld sind sie vertrieben worden, wegen der Ungeduld kehren sie nicht&nbsp;zurück.*</p>
<p>4 Viele Schatten der Abgeschiedenen beschäftigen sich nur damit die Fluten des Totenflusses zu belecken, weil er von uns herkommt und noch den salzigen Geschmack unserer Meere hat. Vor Ekel sträubt sich dann der Fluß, nimmt eine rückläufige Strömung und schwemmt die Toten ins Leben zurück. Sie aber sind glücklich, singen Danklieder und streicheln den&nbsp;Empörten.</p>
<p>5 Von einem gewissen Punkt an gibt es keine Rückkehr mehr. Dieser Punkt ist zu&nbsp;erreichen.</p>
<p>6 Der entscheidende Augenblick der menschlichen Entwicklung ist immerwährend. Darum sind die revolutionären geistigen Bewegungen, welche alles frühere für nichtig erklären, im Recht, denn es ist noch nichts&nbsp;geschehn.</p>
<p>7 Eines der wirksamsten Verführungsmittel des Bösen ist die Aufforderung zum Kampf. Er ist wie der Kampf mit Frauen, der im Bett&nbsp;endet.*</p>
<p>8/9 Eine stinkende Hündin, reichliche Kindergebärerin, stellenweise schon faulend, die aber in meiner Kindheit mir alles war, die in Treue unaufhörlich mir folgt, die ich zu schlagen mich nicht überwinden kann, vor der ich aber, selbst ihren Atem scheuend, schrittweise nach rückwärts weiche und die mich doch, wenn ich mich nicht anders entscheide, &#8216;in den schon sichtbaren Mauerwinkel drängen wird, um dort auf mir und mit mir gänzlich zu verwesen, bis zum Ende – ehrt es mich? – das Eiter- und Wurm-Fleisch ihrer Zunge an meiner&nbsp;Hand.</p>
<p>10 A. ist sehr aufgeblasen, er glaubt im Guten weit vorgeschritten zu sein, da er, offenbar als ein immer verlockenderer Gegenstand immer mehr Versuchungen aus ihm bisher ganz unbekannten Richtungen sich ausgesetzt fühlt. Die richtige Erklärung ist aber die, daß ein großer Teufel in ihm Platz genommen hat und die Unzahl der Kleineren herbeikommt, um dem Großen zu&nbsp;dienen.</p>
<p>11/12 Verschiedenheit der Anschauungen, die man etwa von einem Apfel haben kann: die Anschauung des kleinen Jungen, der den Hals strecken muß, um noch knapp den Apfel auf der Tischplatte zu sehn und die Anschauung des Hausherrn, der den Apfel nimmt und frei dem Tischgenossen&nbsp;reicht.</p>
<p>13 Ein erstes Zeichen beginnender Erkenntnis ist der Wunsch zu sterben. Dieses Leben scheint unerträglich, ein anderes unerreichbar. Man schämt sich nicht mehr, sterben zu wollen; man bittet aus der alten Zelle, die man haßt, in eine neue gebracht zu werden, die man erst hassen lernen wird. Ein Rest von Glauben wirkt dabei mit, während des Transportes werde zufällig der Herr durch den Gang kommen, den Gefangenen ansehn und sagen: &#8220;Diesen sollt Ihr nicht wieder einsperren. Er kommt zu mir.&nbsp;&#8221;</p>
<p>14 Giengest Du über eine Ebene, hättest den guten Willen zu gehn und machtest doch Rückschritte, dann wäre es eine verzweifelte Sache; da Du aber einen steilen Abhang hinaufkletterst, so steil etwa, wie Du selbst von unten gesehen bist, können die Rückschritte auch nur durch die Bodenbeschaffenheit verursacht sein und Du mußt nicht&nbsp;verzweifeln.*</p>
<p>15 Wie ein Weg im Herbst: kaum ist er rein gekehrt, bedeckt er sich wieder mit den trockenen&nbsp;Blättern.</p>
<p>16 Ein Käfig ging einen Vogel&nbsp;suchen.</p>
<p>17 An diesem Ort war ich noch niemals: anders geht der Atem, blendender als die Sonne strahlt neben ihr ein&nbsp;Stern.</p>
<p>18 Wenn es möglich gewesen wäre, den Turm von Babel zu erbauen, ohne ihn zu erklettern, es wäre erlaubt&nbsp;worden.</p>
<p>19 Laß Dich vom Bösen nicht glauben machen, Du könntest vor ihm Geheimnisse&nbsp;haben.</p>
<p>20 Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen und es wird ein Teil der&nbsp;Ceremonie.</p>
<p>21 So fest wie die Hand den Stein hält. Sie hält ihn aber fest nur um ihn desto weiter zu verwerfen. Aber auch in jene Weite führt der&nbsp;Weg.</p>
<p>22 Du bist die Aufgabe. Kein Schüler weit und&nbsp;breit.</p>
<p>23 Vom wahren Gegner fährt grenzenloser Mut in&nbsp;Dich.</p>
<p>24 Das Glück begreifen, daß der Boden, auf dem Du stehst, nicht größer sein kann, als die zwei Füße ihn&nbsp;bedecken.</p>
<p>25 Wie kann man sich über die Welt freuen, außer wenn man zu ihr&nbsp;flüchtet?</p>
<p>26 Verstecke sind unzählige, Rettung nur eine, aber Möglichkeiten der Rettung wieder soviele wie&nbsp;Verstecke.*</p>
<p>Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg; was wir Weg nennen, ist&nbsp;Zögern.*</p>
<p>27 Das Negative zu tun, ist uns noch auferlegt, das Positive ist uns schon&nbsp;gegeben.</p>
<p>28 Wenn man einmal das Böse bei sich aufgenommen hat, verlangt es nicht mehr, daß man ihm&nbsp;glaube.</p>
<p>29 Die Hintergedanken, mit denen Du das Böse in Dir aufnimmst, sind nicht die Deinen, sondern die des&nbsp;Bösen.</p>
<p>Das Tier entwindet dem Herrn die Peitsche und peitscht sich selbst um Herr zu werden und weiß nicht daß das nur eine Phantasie ist, erzeugt durch einen neuen Knoten im Peitschenriemen des&nbsp;Herrn.*</p>
<p>30 Das Gute ist in gewissem Sinne&nbsp;trostlos.*</p>
<p>31 Nach Selbstbeherrschung strebe ich nicht. Selbstbeherrschung heißt: an einer zufälligen Stelle der unendlichen Ausstrahlungen meiner geistigen Existenz wirken wollen. Muß ich aber solche Kreise um mich ziehn, dann tue ich es besser untätig im bloßen Anstaunen des ungeheuerlichen Komplexes und nehme nur die Stärkung, die e contrario dieser Anblick gibt, mit&nbsp;nachhause.</p>
<p>32 Die Krähen behaupten, eine einzige Krähe könnte den Himmel zerstören. Das ist zweifellos, beweist aber nichts gegen den Himmel, denn Himmel bedeuten eben: Unmöglichkeit von&nbsp;Krähen.</p>
<p>33 Die Märtyrer unterschätzen den Leib nicht, sie lassen ihn auf dem Kreuz erhöhn, darin sind sie mit ihren Gegnern&nbsp;einig.*</p>
<p>34 Sein Ermatten ist das des Gladiators nach dem Kampf, seine Arbeit war das Weiß tünchen eines Winkels in einer&nbsp;Beamtenstube.</p>
<p>35 Es gibt kein Haben, nur ein Sein, nur ein nach letztem Atem, nach Ersticken verlangendes&nbsp;Sein.</p>
<p>36 Früher begriff ich nicht, warum ich auf meine Frage keine Antwort bekam, heute begreife ich nicht, wie ich glauben konnte fragen zu können. Aber ich glaubte ja gar nicht, ich fragte&nbsp;nur.</p>
<p>37 Seine Antwort auf die Behauptung, er besitze vielleicht, sei aber nicht, war nur Zittern und&nbsp;Herzklopfen.</p>
<p>38 Einer staunte darüber, wie leicht er den Weg der Ewigkeit gieng; er raste ihn nämlich&nbsp;abwärts.</p>
<p>39 Dem Bösen kann man nicht in Raten zahlen – und versucht es&nbsp;unaufhörlich.</p>
<p>Es wäre denkbar daß Alexander der Große trotz der kriegerischen Erfolge seiner Jugend, trotz des ausgezeichneten Heeres, das er ausgebildet hatte, trotz der auf Veränderung der Welt gerichteten Kräfte die er in sich fühlte, am Hellespont stehn geblieben und ihn nie überschritten hätte undzwar nicht aus Furcht, nicht aus Unentschlossenheit, nicht aus Willensschwäche, sondern aus&nbsp;Erdenschwere.</p>
<p>39a Der Weg ist unendlich, da ist nichts abzuziehn, nichts zuzugeben und doch hält doch jeder noch seine eigene kindliche Elle daran. &#8220;Gewiß auch diese Elle Wegs mußt Du noch gehn, es wird Dir nicht vergessen werden.&nbsp;&#8221;*</p>
<p>40 Nur unser Zeitbegriff läßt uns das Jüngste Gericht so nennen, eigentlich ist es ein&nbsp;Standrecht.*</p>
<p>41 Das Mißverhältnis der Welt scheint tröstlicherweise nur ein zahlenmäßiges zu&nbsp;sein.&#8221;</p>
<p>42 Den ekel- und haßer füllten Kopf auf die Brust&nbsp;senken.</p>
<p>43 Noch spielen die Jagdhunde im Hof, aber das Wild entgeht ihnen nicht, so sehr es jetzt schon durch die Wälder&nbsp;jagt.</p>
<p>44 Lächerlich hast Du Dich aufgeschirrt für diese&nbsp;Welt.</p>
<p>45 Je mehr Pferde Du anspannst, desto rascher gehts – nämlich nicht das Ausreißen des Blocks aus dem Fundament, was unmöglich ist, aber das Zerreißen der Riemen und damit die leere fröhliche&nbsp;Fahrt.</p>
<p>46 Das Wort &#8220;sein&#8221; bedeutet im Deutschen beides: Dasein und&nbsp;Ihm-gehören.</p>
<p>47 Es wurde ihnen die Wahl gestellt Könige oder der Könige Kuriere zu werden. Nach Art der Kinder wollten alle Kuriere sein. Deshalb gibt es lauter Kuriere, sie jagen durch die Welt und rufen, da es keine Könige gibt, einander selbst die sinnlos gewordenen Meldungen zu. Gerne würden sie ihrem elenden Leben ein Ende machen, aber sie wagen es nicht wegen des&nbsp;Diensteides.</p>
<p>48 An Fortschritt glauben heißt nicht glauben daß ein Fortschritt schon geschehen ist. Das wäre kein&nbsp;Glauben.</p>
<p>49 A. ist ein Virtuose und der Himmel ist sein&nbsp;Zeuge.</p>
<p>50 Der Mensch kann nicht leben ohne ein dauerndes Vertrauen zu etwas Unzerstörbarem in sich, wobei sowohl das Unzerstörbare als auch das Vertrauen ihm dauernd verborgen bleiben können. Eine der Ausdrucksmöglichkeiten dieses Verborgen-Bleibens ist der Glaube an einen persönlichen&nbsp;Gott.*</p>
<p>51 Es bedurfte der Vermittlung der Schlange: das Böse kann den Menschen verführen, aber nicht Mensch&nbsp;werden.&#8221;</p>
<div>
<p>52 Im Kampf zwischen Dir und der Welt sekundiere der&nbsp;Welt.*</p>
<p>53 Man darf niemanden betrügen, auch nicht die Welt um ihren&nbsp;Sieg.</p>
<p>54 Es gibt nichts anderes als eine geistige Welt; was wir sinnliche Welt nennen ist das Böse in der geistigen und was wir böse nennen ist nur eine Notwendigkeit eines Augenblicks unserer ewigen&nbsp;Entwicklung.</p>
<p>Mit stärkstem Licht kann man die Welt auflösen. Vor schwachen Augen wird sie fest, vor noch schwächeren bekommt sie Fäuste, vor noch schwächeren wird sie schamhaft und zerschmettert den, der sie anzuschauen&nbsp;wagt.</p>
<p>55 Alles ist Betrug: das Mindestmaß der Täuschungen suchen, im üblichen bleiben, das Höchstmaß suchen. Im ersten Fall betrügt man das Gute, indem man sich dessen Erwerbung zu leicht machen will, das Böse, indem man ihm allzu ungünstige Kampfbedingungen setzt. Im zweiten Fall betrügt man das Gute, indem man also nicht einmal im Irdischen nach ihm strebt. Im dritten Fall betrügt man das Gute, indem man sich möglichst weit von ihm entfernt, das Böse, indem man hofft, durch seine Höchststeigerung es machtlos zu machen. Vorzuziehn wäre also hienach der zweite Fall, denn das Gute betrügt man immer, das Böse in diesem Fall, wenigstens dem Anschein nach,&nbsp;nicht.</p>
<p>56 Es gibt Fragen, über die wir nicht hinwegkommen könnten, wenn wir nicht von Natur aus von ihnen befreit&nbsp;wären.</p>
<p>57 Die Sprache kann für alles außerhalb der sinnlichen Welt nur andeutungsweise, aber niemals auch nur annähernd vergleichsweise gebraucht werden, da sie entsprechend der sinnlichen Welt nur vom Besitz und seinen Beziehungen&nbsp;handelt.</p>
<p>58 Man lügt möglichst wenig, nur wenn man möglichst wenig lügt, nicht wenn man möglichst wenig Gelegenheit dazu&nbsp;hat.*</p>
<p>59 Eine durch Schritte nicht tief ausgehöhlte Treppenstufe ist, von sich selbst aus gesehn, nur etwas öde zusammengefügtes&nbsp;Hölzernes.&#8221;</p>
<p>60 Wer der Welt entsagt, muß alle Menschen lieben, denn er entsagt auch ihrer Welt. Er beginnt daher das wahre menschliche Wesen zu ahnen, das nicht anders als geliebt werden kann, vorausgesetzt daß man ihm ebenbürtig&nbsp;ist.</p>
<p>61 Wer innerhalb der Welt seinen Nächsten liebt tut nicht mehr und nicht weniger Unrecht als wer innerhalb der Welt sich selbst liebt. Es bliebe nur die Frage, ob das erstere möglich&nbsp;ist.</p>
<p>62 Die Tatsache, daß es nichts anderes gibt als eine geistige Welt, nimmt uns die Hoffnung und gibt uns die&nbsp;Gewißheit.</p>
<p>63 Unsere Kunst ist ein von der Wahrheit Geblendet-Sein: Das Licht auf dem zurückweichenden Fratzengesicht ist wahr, sonst&nbsp;nichts.</p>
<p>64 Die Vertreibung aus dem Paradies ist in ihrem Hauptteil ewig: Es ist also zwar die Vertreibung aus dem Paradies endgiltig, das Leben in der Welt unausweichlich, die Ewigkeit des Vorgangs aber macht es trotzdem möglich, daß wir nicht nur dauernd im Paradiese bleiben könnten, sondern tatsächlich dort dauernd sind, gleichgültig ob wir es hier wissen oder&nbsp;nicht.</p>
<p>66 Er ist ein freier und gesicherter Bürger der Erde, denn er ist an eine Kette gelegt, die lang genug ist, um ihm alle irdischen Räume frei zu geben und doch nur so lang, daß nichts ihn über die Grenzen der Erde reißen kann. Gleichzeitig aber ist er auch ein freier und gesicherter Bürger des Himmels, denn er ist auch an eine ähnlich berechnete Himmelskette gelegt. Will er nun auf die Erde drosselt ihn das Halsband des Himmels, will er in den Himmel jenes der Erde. Und trotzdem hat er alle Möglichkeiten und fühlt es, ja er weigert sich sogar das Ganze auf einen Fehler bei der ersten Fesselung&nbsp;zurückzuführen.</p>
<p>67 Er läuft den Tatsachen nach wie ein Anfänger im Schlittschuhlaufen, der überdies irgendwo übt, wo es verboten&nbsp;ist.</p>
<p>68 Was ist fröhlicher als der Glaube an einen&nbsp;Hausgott!</p>
<p>69 Theoretisch gibt es eine vollkommene Glücksmöglichkeit: An das Unzerstörbare in sich glauben und nicht zu ihm&nbsp;streben.</p>
<p>70/71 Das Unzerstörbare ist eines; jeder einzelne Mensch ist es und gleichzeitig ist es allen gemeinsam, daher die beispiellos untrennbare Verbindung der&nbsp;Menschen.</p>
<p>72 Es gibt im gleichen Menschen Erkenntnisse, die bei völliger Verschiedenheit doch das gleiche Objekt haben, sodaß wieder nur auf verschiedene Subjekte im gleichen Menschen rückgeschlossen werden&nbsp;muß.&#8221;</p>
<p>73 Er frißt den Abfall vom eigenen Tisch; dadurch wird er zwar ein Weilchen lang satter als alle, verlernt aber oben vom Tisch zu essen; dadurch hört dann aber auch der Abfall&nbsp;auf.</p>
<p>74 Wenn das, was im Paradies zerstört worden sein soll, zerstörbar war, dann war es nicht entscheidend; war es aber unzerstörbar, dann leben wir in einem falschen&nbsp;Glauben.</p>
<p>75 Prüfe Dich an der Menschheit. Den Zweifelnden macht sie zweifeln, den Glaubenden&nbsp;glauben.&#8221;</p>
<p>76 Dieses Gefühl: &#8220;hier ankere ich nicht&#8221; und gleich die wogende tragende Flut um sich&nbsp;fühlen.</p>
<p>Ein Umschwung. Lauernd, ängstlich, hoffend umschleicht die Antwort die Frage, sucht verzweifelt in ihrem unzugänglichen Gesicht, folgt ihr auf den sinnlosesten d. h. von der Antwort möglichst wegstrebenden&nbsp;Wegen.</p>
<p>77 Verkehr mit Menschen verführt zur&nbsp;Selbstbeobachtung.</p>
<p>78 Der Geist wird erst frei, wenn er aufhört, Halt zu&nbsp;sein.</p>
<p>79 Die sinnliche Liebe täuscht über die himmlische hinweg; allein könnte sie es nicht, aber da sie das Element der himmlischen Liebe unbewußt in sich hat, kann sie&nbsp;es.</p>
<p>80 Wahrheit ist unteilbar, kann sich also selbst nicht erkennen; wer sie erkennen will, muß Lüge&nbsp;sein.*</p>
<p>81 Niemand kann verlangen, was ihm im letzten Grunde schadet. Hat es beim einzelnen Menschen doch diesen Anschein – und den hat es vielleicht immer – so erklärt sich dies dadurch, daß jemand im Menschen etwas verlangt, was diesem jemand zwar nützt, aber einem zweiten jemand, der halb zur Beurteilung des Falles herangezogen wird, schwer schadet. Hätte sich der Mensch gleich anfangs, nicht erst bei der Beurteilung auf Seite des zweiten jemand gestellt, wäre der erste jemand erloschen und mit ihm das&nbsp;Verlangen.</p>
<p>82 Warum klagen wir wegen des Sündenfalls? Nicht seinetwegen sind wir aus dem Paradiese vertrieben worden, sondern wegen des Baumes des Lebens, damit wir nicht von ihm&nbsp;essen.</p>
<p>83 Wir sind nicht nur deshalb sündig, weil wir vom Baum der Erkenntnis gegessen haben, sondern auch deshalb, weil wir vom Baum des Lebens noch nicht gegessen haben. Sündig ist der Stand, in dem wir uns befinden, unabhängig von&nbsp;Schuld.</p>
<p>84 Wir wurden geschaffen, um im Paradies zu leben, das Paradies war bestimmt uns zu dienen. Unsere Bestimmung ist geändert worden; daß dies auch mit der Bestimmung des Paradieses geschehen wäre, wird nicht&nbsp;gesagt.</p>
<p>85 Das Böse ist eine Ausstrahlung des menschlichen Bewußtseins in bestimmten Übergangsstellungen. Nicht eigentlich die sinnliche Welt ist Schein, sondern ihr Böses, das allerdings für unsere Augen die sinnliche Welt&nbsp;bildet.</p>
<p>86 Seit dem Sündenfall sind wir in der Fähigkeit zur Erkenntnis des Guten und Bösen im Wesentlichen gleich; trotzdem suchen wir gerade hier unsere besonderen Vorzüge. Aber erst jenseits dieser Erkenntnis beginnen die wahren Verschiedenheiten. Der gegenteilige Schein wird durch Folgendes hervorgerufen: Niemand kann sich mit der Erkenntnis allein begnügen, sondern muß sich bestreben, ihr gemäß zu handeln. Dazu aber ist ihm die Kraft nicht mitgegeben, er muß daher sich zerstören, selbst auf die Gefahr hin, sogar dadurch die notwendige Kraft nicht zu erhalten, aber es bleibt ihm nichts anderes übrig als dieser letzte Versuch. (Das ist auch der Sinn der Todesdrohung beim Verbot des Essens vom Baume der Erkenntnis; vielleicht ist das auch der ursprüngliche Sinn des natürlichen Todes.) Vor diesem Versuch nun fürchtet er sich; lieber will er die Erkenntnis des Guten und Bösen rückgängig machen; (die Bezeichnung: &#8220;Sündenfall&#8221; geht auf diese Angst zurück) aber das Geschehene kann nicht rückgängig gemacht, sondern nur getrübt werden. Zu diesem Zweck entstehen die Motivationen. Die ganze Welt ist ihrer voll, ja die ganze sichtbare Welt ist vielleicht nichts anderes, als eine Motivation des einen Augenblick lang ruhenwollenden Menschen. Ein Versuch, die Tatsache der Erkenntnis zu fälschen, die Erkenntnis erst zum Ziel zu&nbsp;machen.</p>
<p>87 Ein Glaube wie ein Fallbeil, so schwer, so&nbsp;leicht.</p>
<p>88 Der Tod ist vor uns, etwa wie im Schulzimmer an der Wand ein Bild der Alexanderschlacht. Es kommt darauf an, durch unsere Taten noch in diesem Leben das Bild zu verdunkeln oder gar&nbsp;auszulöschen.</p>
<p>90 Zwei Möglichkeiten: sich unendlich klein machen oder es sein. Das erste ist Vollendung also Untätigkeit, das zweite Beginn, also&nbsp;Tat.*</p>
<p>91 Zur Vermeidung eines Wort-Irrtums: Was tätig zerstört werden soll, muß vorher ganz fest gehalten worden sein; was zerbröckelt, zerbröckelt, kann aber nicht zerstört&nbsp;werden.*</p>
<p>92 Die erste Götzenanbetung war gewiß Angst vor den Dingen, aber damit zusammenhängend Angst vor der Notwendigkeit der Dinge und damit zusammenhängend Angst vor der Verantwortung für die Dinge. So ungeheuer erschien diese Verantwortung daß man sie nicht einmal einem einzigen Außermenschlichen aufzuerlegen wagte, denn auch durch Vermittlung bloß eines Wesens wäre die menschliche Verantwortung noch nicht genug erleichtert worden, der Verkehr mit nur einem Wesen wäre noch allzusehr von Verantwortung befleckt gewesen, deshalb gab man jedem Ding die Verantwortung für sich selbst, mehr noch, man gab diesen Dingen auch noch eine verhältnismäßige Verantwortung für den&nbsp;Menschen.</p>
<p>93 Zum letztenmal&nbsp;Psychologie!</p>
<p>94 Zwei Aufgaben des Lebensanfangs: Deinen Kreis immer mehr einschränken und immer wieder nachprüfen, ob Du Dich nicht irgendwo außerhalb Deines Kreises versteckt&nbsp;hältst.</p>
<p>95 Das Böse ist manchmal in der Hand wie ein Werkzeug, erkannt oder unerkannt, läßt es sich, wenn man den Willen hat, ohne Widerspruch zur Seite&nbsp;legen.*</p>
<p>96 Die Freuden dieses Lebens sind nicht die seinen, sondern unsere Angst vor dem Aufsteigen in ein höheres Leben; die Qualen dieses Lebens sind nicht die seinen, sondern unsere Selbstqual wegen jener&nbsp;Angst.</p>
<p>97 Nur hier ist Leiden Leiden. Nicht so, als ob die, welche hier leiden, anderswo wegen dieses Leidens erhöht werden sollen, sondern so, daß das was in dieser Welt Leiden heißt, in einer andern Welt, unverändert und nur befreit von seinem Gegensatz, Seligkeit&nbsp;ist.</p>
<p>98 Die Vorstellung von der unendlichen Weite und Fülle des Kosmos ist das Ergebnis der zum Äußersten getriebenen Mischung von mühevoller Schöpfung und freier&nbsp;Selbstbesinnung.</p>
<p>99 Wieviel bedrückender als die unerbittlichste Überzeugung von unserem gegenwärtigen sündhaften Stand ist selbst die schwächste Überzeugung von der einstigen ewigen Rechtfertigung unserer Zeitlichkeit. Nur die Kraft im Ertragen dieser zweiten Überzeugung, welche in ihrer Reinheit die erste voll umfaßt, ist das Maß des&nbsp;Glaubens.</p>
<p>Manche nehmen an, daß neben dem großen Urbetrug noch in jedem Fall eigens für sie ein kleiner besonderer Betrug veranstaltet wird, daß also wenn ein Liebesspiel auf der Bühne aufgeführt wird, die Schauspielerin außer dem verlogenen Lächeln für ihren Geliebten auch noch ein besonders hinterhältiges Lächeln für den ganz bestimmten Zuschauer auf der letzten Gallerie hat. Das heißt zu weit&nbsp;gehn.</p>
<p>100 Es kann ein Wissen vom Teuflischen geben, aber keinen Glauben daran, denn mehr Teuflisches, als da ist, gibt es&nbsp;nicht.</p>
<p>101 Die Sünde kommt immer offen und ist mit den Sinnen gleich zu fassen. Sie geht auf ihren Wurzeln und muß nicht ausgerissen&nbsp;werden.</p>
<p>102 Alle Leiden um uns müssen auch wir leiden. Wir alle haben nicht einen Leib aber ein Wachstum und das führt uns durch alle Schmerzen, ob in dieser oder jener Form. So wie das Kind durch alle Lebensstadien bis zum Greis und zum Tod sich entwickelt (und jedes Stadium im Grunde dem früheren, im Verlangen oder in Furcht, unerreichbar scheint) ebenso entwickeln wir uns (nicht weniger tief mit der Menschheit verbunden als mit uns selbst) durch alle Leiden dieser Welt. Für Gerechtigkeit ist in diesem Zusammenhang kein Platz, aber auch nicht für Furcht vor den Leiden oder für die Auslegung des Leidens als eines&nbsp;Verdienstes.</p>
<p>103 Du kannst Dich zurückhalten von den Leiden der Welt, das ist Dir freigestellt und entspricht Deiner Natur, aber vielleicht ist gerade dieses Zurückhalten das einzige Leid, das Du vermeiden&nbsp;könntest.</p>
<p>104 Der Mensch hat freien Willen undzwar&nbsp;dreierlei:</p>
<p>Erstens war er frei, als er dieses Leben wollte; jetzt kann er es allerdings nicht mehr rückgängig machen, denn er ist nicht mehr jener, der es damals wollte, es wäre denn insoweit, als er seinen damaligen Willen ausführt, indem er&nbsp;lebt.</p>
<p>Zweitens ist er frei, indem er die Gangart und den Weg dieses Lebens wählen&nbsp;kann.</p>
<p>Drittens ist er frei, indem er als derjenige, der er einmal wieder sein wird, den Willen hat, sich unter jeder Bedingung durch das Leben gehn und auf diese Weise zu sich kommen zu lassen undzwar auf einem zwar wählbaren, aber jedenfalls derartig labyrinthischen Weg, daß er kein Fleckchen dieses Lebens unberührt&nbsp;läßt.</p>
<p>Das ist das Dreierlei des freien Willens, es ist aber auch, da es gleichzeitig ist, ein Einerlei und ist im Grunde so sehr Einerlei, daß es keinen Platz hat für einen Willen, weder für einen freien noch&nbsp;unfreien.</p>
<p>105 Das Verführungsmittel dieser Welt sowie das Zeichen der Bürgschaft dafür, daß diese Welt nur ein Übergang ist, ist das gleiche. Mit Recht, denn nur so kann uns diese Welt verführen und es entspricht der Wahrheit. Das Schlimme ist aber, daß wir nach geglückter Verführung die Bürgschaft vergessen und so eigentlich das Gute uns ins Böse, der Blick der Frau in ihr Bett gelockt&nbsp;hat.</p>
<p>106 Die Demut gibt jedem, auch dem einsam Verzweifelnden das stärkste Verhältnis zum Mitmenschen undzwar sofort, allerdings nur bei völliger und dauernder Demut. Sie kann das deshalb, weil sie die wahre Gebetsprache ist, gleichzeitig Anbetung und festeste Verbindung. Das Verhältnis zum Mitmenschen ist das Verhältnis des Gebetes, das Verhältnis zu sich das Verhältnis des Strebens; aus dem Gebet wird die Kraft für das Streben&nbsp;geholt.</p>
<p>Kannst Du denn etwas anderes kennen als Betrug? Wird einmal der Betrug vernichtet darfst Du ja nicht hinsehn oder Du wirst zur&nbsp;Salzsäule.</p>
<p>107 Alle sind zu A. sehr freundlich, so etwa wie man ein ausgezeichnetes Billard selbst vor guten Spielern sorgfältig zu bewahren sucht, solange bis der große Spieler kommt, das Brett genau untersucht, keinen vorzeitigen Fehler duldet, dann aber, wenn er selbst zu spielen anfängt, sich auf die rücksichtsloseste Weise&nbsp;auswütet.</p>
<p>108 &#8220;Dann aber kehrte er zu seiner Arbeit zurück, so wie wenn nichts geschehen wäre. &#8221; Das ist eine Bemerkung, die uns aus einer unklaren Fülle alter Erzählungen geläufig ist, trotzdem sie vielleicht in keiner&nbsp;vorkommt.</p>
<p>109 &#8220;Daß es uns an Glauben fehle, kann man nicht sagen. Allein die einfache Tatsache unseres Lebens ist in ihrem Glaubenswert gar nicht auszuschöpfen. &#8220;<br />
 &#8220;Hier wäre ein Glaubenswert? Man kann doch nicht nicht-leben.&#8221;<br />
 &#8220;Eben in diesem «kann doch nicht» steckt die wahnsinnige Kraft des Glaubens; in dieser Verneinung bekommt sie Gestalt.&#8221;<br />
 Es ist nicht notwendig, daß Du aus dem Haus gehst. Bleib bei Deinem Tisch und horche. Horche nicht einmal, warte nur. Warte nicht einmal, sei völlig still und allein. Anbieten wird sich Dir die Welt zur Entlarvung, sie kann nicht anders, verzückt wird sie sich vor Dir winden.<em> </em></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><em>(Mit * gekennzeichnete Aphorismen sind in der Handschrift mit Bleistift&nbsp;gestrichen)</em></p>
<p>Diese Aphorismen hat Franz Kafka ca. 1917/1918 in Reinschrift gefasst, nachdem sich einige von ihnen schon vorher in den Oktavhefetn&nbsp;finden.</p>
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		<pubDate>Sat, 14 Nov 2009 18:51:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&#8220;Weshalb es zu Ende ging, hatte er nie richtig begriffen. Ein Streit, eine kleine Abnutzungserscheinung, ein Fall von grundloser Eifersucht, er konnte es beim besten Willen nicht rekonstruieren. Aber er war sich sicher, dass sie heute noch zusammen wären, wenn er damals eine - eine einzige - Silbe herausgebracht hätte. Er hatte sprach- und tatenlos [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="dquo">&#8220;</span>Weshalb es zu Ende ging, hatte er nie richtig begriffen. Ein Streit, eine kleine Abnutzungserscheinung, ein Fall von grundloser Eifersucht, er konnte es beim besten Willen nicht rekonstruieren. Aber er war sich sicher, dass sie heute noch zusammen wären, wenn er damals eine - eine einzige - Silbe herausgebracht hätte.<span id="more-1337"></span></p>
<p>Er hatte sprach- und tatenlos mit ansehen müssen, wie sie gegangen war. Nicht entschlossen oder wütend, sondern niedergeschlagen und zögerlich. Als wartete sie bis zum allerletzten Moment, dass er sie&nbsp;zurückhalte.</p>
<p>Sie hatte gesagt, sie werde ihre Sachen in ein paar Tagen abholen lassen. Als sie das nach einer Woche noch immer nicht getan hatte, schöpfte er wieder Hoffnung. Nach zehn Tagen rief er bei ihren Eltern an. Von ihnen erfuhr er, dass sie zwei Tage nach ihrem Weggang einen Autounfall hatte. Sie war noch an der Unfallstelle&nbsp;gestorben.&#8221;</p>
<p style="text-align: right;">Aus:  &#8221;Der letzte Weynfeldt&#8221; von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Suter">Martin&nbsp;Suter</a></p>
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		<title>Fünf Instrumente der Unterdrückung</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2009 10:12:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>netzhaeuter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Laut Jutta Ditfurth gibt es fünf bewährte Instrumente der&#160;Unterdrückung: Befriedung Propaganda Überwachung Repression Militarisierung Befriedung Hier führt Jutta Ditfurth Billigkonsum an, aber auch den Erhalt von Arbeitsplätzen zum (nur scheinbaren) Wohl der Arbeitnehmer. Ich sehe hier alles, was die Bevölkerung ruhig stellt (friedlich macht), indem man scheinbar etwas für das Wohl des Volkes&#160;tut. Propaganda Ablenkung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Laut Jutta Ditfurth gibt es fünf bewährte Instrumente der&nbsp;Unterdrückung:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2009/09/CoverZeitdesZorns4192.gif"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-789" style="margin-left: 10px; margin-bottom: 10px;" title="Zeit des Zorns" src="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2009/09/CoverZeitdesZorns4192-93x150.gif" alt="Zeit des Zorns" width="93" height="150" /></a>Befriedung</li>
<li>Propaganda</li>
<li>Überwachung</li>
<li>Repression</li>
<li>Militarisierung</li>
</ol>
<p><br class="spacer_" /></p>
<h2>Befriedung</h2>
<p>Hier führt Jutta Ditfurth Billigkonsum an, aber auch den Erhalt von Arbeitsplätzen zum (nur scheinbaren) Wohl der Arbeitnehmer. Ich sehe hier alles, was die Bevölkerung ruhig stellt (friedlich macht), indem man scheinbar etwas für das Wohl des Volkes&nbsp;tut.</p>
<h2>Propaganda</h2>
<p>Ablenkung und Täuschung. &#8220;Es gibt Tage, an denen kein Satz in den Nachrichten der sozialen Wirklichkeit angemessen ist.&#8221;  &#8220;Eher erfährt man etwas über ein Busunglück in Indien als über die Arbeitsbedingungen in Fabriken mit deutschem Eigentümer in China.&#8221; <span id="more-753"></span>Jede Form von Desinformation oder Kontrolle der Informationskanäle ist eine Art von&nbsp;Propaganda.</p>
<h2>Überwachung und&nbsp;Bespitzelung</h2>
<p><span class="dquo">&#8220;</span>Würden sämtliche antidemokratischen Möglichkeiten dieses Staates auf einmal und zur gleichen Zeit eingesetzt, lebten wir sichtbar in einer Diktatur.&#8221; Die Vorratsdatenspeicherung und der große Lauschangriff sind nur die Spitze des Eisbergs an Überwachungsmöglichkeiten, die inzwischen gegen jeden Bürger zur Verfügung stehen. Wir kommen mit der Berichterstattung über neue Überwachungsgesetze gar nicht mehr hinterher, so schnell werden sie&nbsp;erlassen.</p>
<h2>Repression</h2>
<p>Wer trotz des Drucks aufmuckt, wird bestraft. Dabei sind die Möglichkeiten vielfältiger geworden. Neben den alten Methoden wie Gefägnisstrafen und Prügel gibt es Berufsverbote, psychische Bedrohung, Psychiatrisierung, Denunziation uvw. Dabei werden unterschiedliche Gruppen auf verschiedene Arten angegangen: Der Journalist wird anders bestraft als der Punk um die soziale Spaltung aufrecht zu&nbsp;erhalten.</p>
<h2>Milititarisierung</h2>
<p>Die ständigen Forderungen zum Einsatz der Bundeswehr im inneren sagen hier schon alles. Auch brutale Polizeieinsätze sprechen eine klare&nbsp;Sprache.</p>
<blockquote><p><br class="spacer_" /></p>
<p><span class="dquo">&#8220;</span>Das Ausmaß, in dem diese fünf Instrumente der Unterdrückung in den vergangenen Jahren ausgeweitet wurden, verrät uns, dass Kapital und Staat Pläne haben, die solche verschiedenartigen Repressionen gegen kritische Bürger und die linke Opposition nötig&nbsp;machen.&#8221;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: right;">Jutta Ditfurth - Zeit des&nbsp;Zorns</p>
<p>Zeit des Zorns - Streitschrift für eine gerechte Gesellschaft ist 2009 bei Droemer&nbsp;erschienen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Links und weitere&nbsp;Informationen:</strong></p>
<ul>
</ul>
<ul>
<li>offizielle Webseite von <a href="http://www.jutta-ditfurth.de/">Jutta&nbsp;Ditfurth</a></li>
<li><a href="http://www.jutta-ditfurth.de/Zeit-des-Zorns/ZeitdesZorns-Info.htm">Zeit des&nbsp;Zorns</a></li>
<li><a href="http://www.jutta-ditfurth.de/Zeit-des-Zorns/Presse/jungeWelt-Ditfurth-Zeit-des-Zorns-Abb-20090429.pdf">Leseprobe</a> (als Vorabdruck in der &#8220;jungen Welt&#8221;)&nbsp;[PDF]</li>
<li><a href="http://www.droemer-knaur.de/buecher/Zeit+des+Zorns.1317339.html">Zeit des Zorns beim Droemer Knaur&nbsp;Verlag</a></li>
<li><a href="http://blog.prinz.de/wahl09/2009/08/24/lesung-und-diskussion-uber-zeit-des-zorns-streitschrift-fur-eine-gerechte-gesellschaft/">Termine und&nbsp;Lesungen</a> </li>
<li><a href="http://www.was-sache-ist.de/2009/08/vera-lengsfelds-vier-bruste-oder-der-schwarze-nackte-hintern-der-grunen/?cat=24">Jutta Ditfurth bloggt im Droemer Knaur&nbsp;Blog</a></li>
<li><a href="http://www.freitag.de/community/blogs/peter-nowak/linke-flaschenpost-von-jutta-ditfurth/?searchterm=linke+Flaschenpost">Linke Flaschenpost</a> - ein Plädoyer für Zeit des Zorns von Peter&nbsp;Nowak</li>
<li>Rezension bei&nbsp;<a href="http://www.vorwaerts.de/artikel/vision-einer-besseren-welt">vorwärts.de</a></li>
<li>Das Kapitel &#8220;<a href="http://grilleau.blog.de/2009/08/02/zeit-zorns-6637187/">Wir werden alles selber machen müssen</a>&#8221; bei&nbsp;grilleau</li>
<li><a href="http://brightsblog.wordpress.com/2009/07/09/zeit-des-zorns/">Brights Blog zum&nbsp;Buch</a></li>
<li>Jutta Ditfurth schreibt bei Gegenmeinung »<a href="http://principiis-obsta.blogspot.com/2009/09/die-letzte-schlacht-gewinnen-wir.html">Die letzte Schlacht gewinnen wir</a>« über die&nbsp;Grünen</li>
<li><a href="http://ddr.blogsport.de/2009/06/26/diktatur-auf-abruf/">Gespräch mit Jutta Ditfurth</a>. Über ihr neues Buch, Marx und Marxismus heute, soziale Emanzipation, die Unreformierbarkeit des Kapitalismus und die&nbsp;Linkspartei</li>
</ul>
<p><br class="spacer_" /></p>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 616px; width: 1px; height: 1px;">http://www.jutta-ditfurth.de/</div>
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		<title>Bullshit</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Feb 2009 16:12:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>netzhaeuter</dc:creator>
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		<category><![CDATA[zitat]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Buch &#8220;Bullshit&#8221; von Harry G. Frankfurt (Suhrkamp Verlag) versucht sich dem Thema Bullshit auf philosophischem Weg zu nähern. Es geht vor allem darum, herauszufinden was Bullshit wirklich ist und es von anderen Begriffen abzugrenzen. Was ist der Unterschied zwischen Lüge und Bullshit? Wie verhält es sich mit &#8220;Heißer Luft&#8221; und &#8220;Humbug&#8221;? Das Buch hilft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-298" style="margin-right: 10px; margin-bottom: 10px;" title="Bullshit" src="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2009/02/bullshit-101x150.jpg" alt="Bullshit" width="101" height="150" />Das Buch &#8220;<a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/bullshit-harry_g_frankfurt_58450.html">Bullshit</a>&#8221; von <a href="http://www.suhrkamp.de/autoren/harry_g_frankfurt_1300.html">Harry G. Frankfurt</a> (Suhrkamp Verlag) versucht sich dem Thema Bullshit auf philosophischem Weg zu nähern. Es geht vor allem darum, herauszufinden was Bullshit wirklich ist und es von anderen Begriffen abzugrenzen. Was ist der Unterschied zwischen Lüge und Bullshit? Wie verhält es sich mit &#8220;Heißer Luft&#8221; und &#8220;Humbug&#8221;?<span id="more-293"></span></p>
<p>Das Buch hilft dabei der Natur des Bullshit auf den Grund zu gehen. Nur leider wiederholt sich der Autor in dem kurzen Büchlein sehr häufig und bei der Interpretation von Beispielen und Wörterbucheinträgen greift er vieles aus der Luft und überinterpretiert. Dadurch qualifizieren sich gewisse Teile des Buches selbst als&nbsp;Bullshit.</p>
<p>Die spannenden Themen &#8220;wie gehe ich mit Bullshit um&#8221; und &#8220;wie verhindere ich Bullshit&#8221; werden in dieser Abhandlung vollkommen bei Seite gelassen. Es geht wirklich nur um eine reine Begriffsbestimmung und Abgrenzung. Aber irgendwie war das erwartbar, ist der Autor doch Philosophieprofessor in&nbsp;Princeton.</p>
<p>Gegen Ende des Buches habe ich ein paar Zitate gefunden, die ich mit euch teilen&nbsp;möchte:</p>
<blockquote><p><span class="dquo">&#8220;</span>Wer sich darum bemnüht, den Tatsachen gerecht zu werden oder sie zu verschleiern, erkennt damit an, daß es Tatsachen gibt, die in irgendeiner Weise erfaßt und erkannt werden können. [&#8230;]<br />
 Wer dagegen nicht man an die Möglichkeit glaubt, bestimmte Aussagen als wahr, andere hingegen als falsch auszuweisen, dem bleiben nur zwei Wege. Entweder er stellt jedgliche Versuche ein, die Wahrheit zu sagen bzw. zu lügen. [&#8230;]<br />
 Oder er stellt weiterhin Behauptungen auf, die den Anspruch auf eine Beschreibung der Wirklichkeit erheben, aber nichts anderes als Bullshit sein&nbsp;können.&#8221;</p>
<p><span class="dquo">&#8220;</span>Bullshit ist immer dann unvermeidbar, wenn die Umstände Menschen dazu zwingen, über Dinge zu reden, von denen sie nicht&nbsp;verstehen.&#8221;</p>
</blockquote>
<p>(s.&nbsp;68-70)</p>
<p>Grade der letzte Satz erinnert mich sehr an die&nbsp;Arbeit&#8230;</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Bei Wikipedia gibt es weitere Informationen zum <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/On_Bullshit">Buch</a> und zum&nbsp;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Frankfurt">Autor</a>.</p>
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