<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Netzhæuter &#187; roman</title>
	<atom:link href="http://www.netzhaeuter.de/tag/roman/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.netzhaeuter.de</link>
	<description>Bücher, Kultur, Kunst, Anarchie und so Zeug halt</description>
	<lastBuildDate>Sun, 06 Nov 2011 15:33:54 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>Arbeit ist wichtiger als alles andere</title>
		<link>http://www.netzhaeuter.de/bucher/arbeit-ist-wichtiger-als-alles-andere</link>
		<comments>http://www.netzhaeuter.de/bucher/arbeit-ist-wichtiger-als-alles-andere#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 Mar 2009 20:58:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>netzhaeuter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[anarchie]]></category>
		<category><![CDATA[arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[boris vian]]></category>
		<category><![CDATA[gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[maschinen]]></category>
		<category><![CDATA[roman]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzhaeuter.de/?p=419</guid>
		<description><![CDATA[»Warum verachten sie uns denn?« fragte Chloe. »Arbeiten ist doch nichts Besonderes.« »Man hat ihnen gesagt, es sei etwas Besonderes«, sagte Colin. »Im allgemeinen finden die Leute Arbeit gut. Allerdings denkt niemand wirklich darüber nach. Sie arbeiten aus Gewohnheit und um eben nicht darüber nachzudenken.« »Auf jeden Fall ist es blödsinnig, eine Arbeit zu tun, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Reduction_Gear.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-422" style="margin-right: 10px; margin-bottom: 10px;" title="nur ein Zahnrad in einem Uhrwerk..." src="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2009/03/733px-reduction_gear-300x245.jpg" alt="nur ein Zahnrad in einem Uhrwerk" width="240" height="196" /></a>»Warum verachten sie uns denn?« fragte Chloe. »Arbeiten ist doch nichts Besonderes.«<br />
 »Man hat ihnen gesagt, es sei etwas Besonderes«, sagte Colin. »Im allgemeinen finden die Leute Arbeit gut. Allerdings denkt niemand wirklich darüber nach. Sie arbeiten aus Gewohnheit und um eben nicht darüber nachzudenken.«<span id="more-419"></span><br />
 »Auf jeden Fall ist es blödsinnig, eine Arbeit zu tun, die ebensogut Maschinen ausführen könnten.« »Maschinen müssen gebaut werden«, sagte Colin. »Wer soll das tun?«<br />
 »Ja, naturlich«, sagte Chloe. »Wenn man ein Ei haben will, braucht man ein Huhn, hat man aber einmal das Huhn, so hat man Eier genug. Folglich ist es besser, mit dem Huhn anzufangen.«<br />
 »Man müßte wissen, was die Leute daran hindert, Maschinen herzustellen«, sagte Colin. »Wahrscheinlich fehlt ihnen die Zeit. Sie brauchen all ihre Zeit zum Leben, deshalb bleibt für die Arbeit nichts übrig.«<br />
 »Ist es nicht gerade umgekehrt?« fragte Chloe. »Nein«, sagte Colin. »Wenn sie genug Zeit hatten, um Maschinen herzustellen, brauchten sie hinterher nichts mehr zu tun. Ich meine, sie arbeiten, um zu leben, anstatt zu arbeiten, um Maschinen herzustellen, die ihnen ein Leben ohne Arbeit ermöglichen würden.«<br />
 »Das ist kompliziert!« meinte Chloe.<br />
 »Nein«, sagte Colin. »Es ist sehr einfach. Natürlich würde es einige Zeit dauern, bis man so weit wäre. Aber man verwendet so viel Zeit darauf, Dinge herzustellen, die wieder verbraucht werden&#8230;«<br />
 »Glaubst du denn nicht, daß sie lieber zu Hause bleiben und ihre Frau küssen und zum Schwimmen gehen oder sonst etwas unternehmen mochten?«<br />
 »Nein«, sagte Colin. »Darauf kommen sie gar nicht.« »Aber ist es denn ihre Schuld, wenn sie glauben, daß Arbeit etwas Gutes ist?«<br />
 »Nein«, sagte Colin. »Es ist nicht ihre Schuld. Man hat ihnen nämlich gesagt: ›Arbeit ist heilig, gut und schön, Arbeit ist wichtiger als alles andere, und nur der Arbeiter hat ein Rechtauf alles.‹ Nur läßt man sie dauernd arbeiten, und deshalb haben sie überhaupt keinen Nutzen davon.«<br />
 »Aber dann sind sie doch dumm?« sagte Chloe.<br />
 »Ja«, sagte Colin. »Sie sind dumm. Deshalb glauben sie auch den Leuten, die ihnen weismachen, daß Arbeit das Beste auf der Welt ist. Sie brauchen dann nicht darüber nachzudenken, wie sie die Arbeit abschaffen könnten.«<br />
 »Laß uns von etwas anderem sprechen«, sagte Chloe. »Solche Themen sind sehr anstrengend. Sag mir, ob du mein Haar magst&#8230;«<br />
 »Das weißt du doch&#8230;«<br />
 Er hob sie auf seine Knie. Er war wieder vollkommen glücklich.<br />
 »Ich habe es dir doch gesagt, ich liebe dich im allgemeinen und im besonderen.«<br />
 »Dann jetzt im besonderen«, sagte Chloe und schmiegte sich schmeichelnd wie ein Kätzchen in Colins&nbsp;Arme.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p style="text-align: right;">aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Boris_Vian">Boris Vian - Der Schaum der&nbsp;Tage</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzhaeuter.de/bucher/arbeit-ist-wichtiger-als-alles-andere/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Herz ist ein einsamer Jäger</title>
		<link>http://www.netzhaeuter.de/bucher/das-herz-ist-ein-einsamer-jager</link>
		<comments>http://www.netzhaeuter.de/bucher/das-herz-ist-ein-einsamer-jager#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 08 Nov 2008 15:26:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kafkaesk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[benedict copeland]]></category>
		<category><![CDATA[buch]]></category>
		<category><![CDATA[carson mccullers]]></category>
		<category><![CDATA[diogenes]]></category>
		<category><![CDATA[empfehlenswert]]></category>
		<category><![CDATA[karl marx]]></category>
		<category><![CDATA[mick kelly]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>
		<category><![CDATA[roman]]></category>
		<category><![CDATA[singer]]></category>
		<category><![CDATA[taubstumm]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzhaeuter.de/?p=119</guid>
		<description><![CDATA[Dieses Buch war keine Axt für das gefrorene Meer in mir. Aber es beschreibt sehr gut die gefrorene  Landschaft, in der ich mich jeden Tag&#160;bewege. Carson McCullers lässt diese Geschichte um einen Taubstumme Mann namens Singer kreisen. Die Perspektive wechselt jedoch immer wieder zu anderen Personen, die auf verschiedene Weise Kontakt zu Singer oder auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2008/11/das-herz-ist-ein-einsamer-jager_diogenes.jpg" target="_blank"><img class="alignleft size-medium wp-image-141" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" title="das-herz-ist-ein-einsamer-jager_diogenes" src="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2008/11/das-herz-ist-ein-einsamer-jager_diogenes-188x300.jpg" alt="Carson McCullers - Das Herz ist ein einsamer Jäger - Buchcover" width="188" height="300" /></a>Dieses Buch war keine <a href="http://www.netzhaeuter.de/bucher/ein-buch-mus-die-axt-sein-fur-das-gefrorene-meer-in-uns">Axt für das gefrorene Meer</a> in mir. Aber es beschreibt sehr gut die gefrorene  Landschaft, in der ich mich jeden Tag&nbsp;bewege.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carson_McCullers">Carson McCullers</a> lässt diese Geschichte um einen Taubstumme Mann namens Singer kreisen. Die Perspektive wechselt jedoch immer wieder zu anderen Personen, die auf verschiedene Weise Kontakt zu Singer oder auch untereinander&nbsp;haben.</p>
<p>Ende der 30er Jahre in einer kleinen Stadt in den Südstaaten der USA gibt es sehr unterschiedliche Lebenswelten. Die Armut, Krankheit und Unterdrückung der Arbeiter, die in den Fabriken arbeiten (und oft auch sterben). Den Luxus der reichen in ihren Villen. Die bescheidene Zufriedenheit des schwarzen Hausmädchens. Doch manche sehen über die Grenzen dieser Mikrokosmen hinweg oder fühlen anders, als die Menschen in Ihrem&nbsp;Umfeld.</p>
<p>Besonders bewegt haben mich von diesen Menschen der schwarze Arzt Benedict Copeland und das Mädchen Mick Kelly.<span id="more-119"></span><br />
 Dr. Copeland ist einer der wenigen gebildeten schwarzen in dieser Stadt. Er hat hohe Ziele für seine &#8220;Rasse&#8221; und möchte etwas ändern, etwas bewegen. Er wünscht sich Freiheit, Gleichberechtigung und Gerechtigkeit. Einen seiner Söhne nennt er denn auch Karl Marx und setzt seine Hoffnung in seine Kinder: Sie sollen seinen Traum leben. Doch seine Kinder sind nicht wie er und entgleiten ihm. Seine Tochter wird Hausmädchen und ist damit zufrieden einer weißen Familie zu dienen. Einer seiner Söhne gerät ins Gefängnis und wird dort verstümmelt.<br />
 Sein ganzes Leben lang versucht Dr. Copeland die schwarzen nicht nur zu heilen, sondern auch aufzuklären. Doch als er alt und krank seinen Beruf aufgeben muss, hat sich von seinem großen Traum praktisch nichts&nbsp;erfüllt.</p>
<p>Für mich war es dabei sehr interessant die Lebenswelt der schwarzen in den 30er Jahren sehr eindringlich und sowohl aus der Perspektive eines schwarzen, als auch aus der Perspektive der weißen um ihn kennen zu lernen. Natürlich wusste ich, dass schwarze im Bus nur hinten stehen durften und auf vielfache Art ausgegrenzt wurden. Aber so direkt, so persönlich von einer Zeitzeugin (das Buch erschien 1940) geschildert hatte ich es noch nicht erlebt. In Erinnerung bleiben wird mir z.B. die Szene, in der Dr. Copeland sich eine Zigarette anzünden will und der zufällig vorbeikommende Singer ihm Feuer gibt. Eine alltägliche Begebenheit, die aber in den 30ern etwas so besonderes ist, dass Dr. Copeland ab dem Zeitpunkt davon überzeugt ist Singer sei nicht wie die anderen&nbsp;weißen.</p>
<p>Die zweite für mich wichtige Person ist Mick Kelley, ein 13jähriges Mädchen. Sie wächst in einer relativ großen Famile der unteren Mittelschicht auf. Anders als die anderen ist sie durch eine besondere Begabung. Heimlich hört sie durch das offene Fenster einer anderen Familie klassische Musik, die sie nicht mehr loslässt. Mick versucht sich selbst eine Geige zu bauen, lernt Noten zu lesen und schreibt eigene Musik. Doch in Ihrer Familie merkt niemand etwas von ihrer außergewöhnlichen Begabung. Nur Singer erzählt sie&nbsp;davon.</p>
<p>Schriftstellerisch ist das Buch sehr gut. Die Sprache ist schön und klar und den erzählten Geschichten angemessen. Wie McCullers am Anfang immer wieder die Sichtweise auf einen neuen Protagonisten schwenkt und damit trotzdem die gesamte Geschichte weiter treibt bis sie dann anfängt engere Kreise um die Gruppe zu ziehen und die Handlungsstränge immer weiter zusammenführt, hat mich sehr fasziniert. Die Charaktere entwickeln sich realistisch und ohne erzählerische Brecheisen. Schon ab der ersten Seite wird man hinein gezogen und es macht einfach nur Spaß zu lesen.<br />
 Dabei bleibt es allerdings die meiste Zeit eine schön erzählte Geschichte. Die echte Tiefe, das aufwühlende habe ich vermisst. Die Geschichte ist schön und traurig, man liest sie gerne; man möchte einen Teil des Weges mit diesen Personen gehen. Doch am Ende bleiben &#8220;nur&#8221; Erinnerungen an die gemeinsam verbrachte&nbsp;Zeit.</p>
<p><strong>Fazit:</strong> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Herz_ist_ein_einsamer_J%C3%A4ger">Das Herz ist ein einsamer Jäger</a> ist ein schriftstellerisch wundervolles Buch, das sich hervorragend z.B. als Urlaubslektüre, oder für Nachmittage im Park eignet. Auch für angehende Schriftsteller extrem&nbsp;empfehlenswert.</p>
<h2>Infos:</h2>
<p>Die mir vorliegende Ausgabe ist erschienen bei <a href="http://www.diogenes.ch">Diogenes</a> (1974). Das Frontcover ist ein Gemälde von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Hopper">Edward Hopper</a> mit dem Titel &#8220;<a href="http://images.google.com/images?hl=en&amp;client=firefox-a&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;hs=uP&amp;q=Edward%20Hopper%20automat&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;sa=N&amp;tab=wi">Automat</a>&#8221;.</p>
<p>Informationen zur Autorin Carson&nbsp;McCullers:</p>
<ul>
<li>bei&nbsp;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carson_McCullers">Wikipedia</a></li>
<li>beim <a href="http://www.diogenes.ch/leser/autoren/a-z/m/mccullers_carson/biographie">Diogenes&nbsp;Verlag</a></li>
<li>ausführlicher bei der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Carson_McCullers">englischen&nbsp;Wikipedia</a></li>
<li>bei <a href="http://lexikon.meyers.de/wissen/Carson+McCullers+(Personen)">Meyers Lexikon&nbsp;online</a></li>
<li>ein <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Carsonmccullers.jpg">Bild der Autorin</a> bei Wikipedia&nbsp;Commons</li>
<li>auf englisch beim <a href="http://www.carson-mccullers.com/">Carson McCullers&nbsp;Project</a></li>
</ul>
<p><a href="http://www.diogenes.ch/leser/katalog/a-z/h/9783257201437/buch">Informationen zum Buch</a> beim Diogenes&nbsp;Verlag.</p>
<p>Weitere&nbsp;Rezensionen:</p>
<ul>
<li>Elke Heidenreich <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E5BBEB254E7E74F899197B8F2D9DF3B2F~ATpl~Ecommon~Scontent.html">beschreibt es bei FAZ.net als ihr Lieblingsbuch </a></li>
<li>Wikipedia hat <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Herz_ist_ein_einsamer_J%C3%A4ger">Inhaltsangaben der einzelnen&nbsp;Kapitel</a></li>
<li>bei <a href="http://www.dieterwunderlich.de/McCullers_herz.htm">Dieter&nbsp;Wunderlich</a></li>
<li>bei&nbsp;<a href="http://www.die-leselust.de/buch/1023.html">Leselust</a></li>
<li>bei&nbsp;<a href="http://www.lesekost.de/Us/HHLUS22.htm">Lesekost</a></li>
<li>und bei&nbsp;<a href="http://www.buechereule.de/wbb2/thread.php?threadid=31991">Büchereule.de</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzhaeuter.de/bucher/das-herz-ist-ein-einsamer-jager/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

