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	<title>Netzhæuter &#187; wiglaf droste</title>
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	<description>Bücher, Kultur, Kunst, Anarchie und so Zeug halt</description>
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		<title>Wiglaf Droste rockt nicht</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jan 2009 19:45:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>netzhaeuter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
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		<category><![CDATA[feuerwache]]></category>
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		<description><![CDATA[Es rockt nicht. Es grooved nicht. Aber vielleicht muß es das auch&#160;nicht. Musikalisch war das irgendwie so &#8220;deutsch&#8221;. Er versucht das manchmal zu ändern, indem er wild mit den Armen fuchtelt, den Takt schlägt. &#8220;Jetzt macht doch mal Dampf&#8221;, scheint er seinen Musikern sagen zu wollen. Dann gallopiert er über die Bühne und schlägt ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-thumbnail wp-image-276 alignleft" style="margin-right: 10px;" title="Wiglaf Droste" src="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2009/01/wiglaf_droste_thumb-112x150.jpg" alt="Wiglaf Droste" width="112" height="150" />Es rockt nicht. Es grooved nicht.<br />
 Aber vielleicht muß es das auch&nbsp;nicht.</p>
<p>Musikalisch war das irgendwie so &#8220;deutsch&#8221;. Er versucht das manchmal zu ändern, indem er wild mit den Armen fuchtelt, den Takt schlägt. &#8220;Jetzt macht doch mal Dampf&#8221;, scheint er seinen Musikern sagen zu wollen. Dann gallopiert er über die Bühne und schlägt ein Rad. Das Publikum dankt es ihm, doch seine Musiker lässt es auch weiterhin kalt.<span id="more-240"></span></p>
<p>Doch trotz seiner Anstrengungen wirkt seine tiefe Stimme doch am besten in den ruhigen Passagen; dann wenn es mehr um Text geht, als um Musik. So sind es doch vor allem Gedichte mit musikalischer Untermalung. Nicht, dass das etwas schlechtes wäre. Gute Lyrik mit unaufdringlicher Musik hinterlegt, teilweise fast rhythmisches Rezitieren von Text, wird den Texten sehr gerecht. Und was für Texte das sind, die hier gewählt&nbsp;wurden.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Bundesarchiv_Bild_183-35699-0002,_Peter_Hacks.jpg&amp;filetimestamp=20081204110506">Peter Hacks</a>, das muß ich zugeben, war mir bis hierhin unbekannt. Doch seine Lyrik ist frei,  natürlich und gleichzeitig so intelligent. Ich werde mich auf jeden Fall weiter mit seinen Texten&nbsp;beschäftigen.</p>
<p><span class="dquo">&#8220;</span><a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Bundesarchiv_Bild_183-35699-0002,_Peter_Hacks.jpg&amp;filetimestamp=20081204110506"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-243" title="Peter Hacks" src="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2009/01/411px-bundesarchiv_bild_183-35699-0002_peter_hacks-102x150.jpg" alt="Peter Hacks" width="102" height="150" /></a>Beeilt euch, ihr Stunden, die Liebste will kommen.<br />
 Was trödelt, was schleppt ihr, was tut ihr euch schwer?<br />
 Herunter da, Sonne, und Abschied genommen.<br />
 Verstehst du nicht, Tag, man verlangt dich nicht mehr.<br />
 Mit seinen Droschken und Schwalben und Hunden<br />
 Wird mir das ganze Leben zum Joch.<br />
 Schluß mit Geschäften. Beeilt euch, ihr Stunden.<br />
 Und wärt ihr Sekunden, ich haßte euch noch.<br />
 Ich kann nicht erwarten, den staunenden Schimmer<br />
 In ihrem zärtlichen Auge zu sehn.<br />
 Verschwindet, ihr Stunden, am besten für immer.<br />
 Die Liebste will kommen, die Welt soll&nbsp;vergehn.&#8221;</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Im zweiten Teil des Abends darf das Spardosenterzett alleine ein paar eigene Lieder spielen; Wiglaf liest eigenen Texte vor und singt seine bekannteren Lieder. Das Spardosenterzett  finde ich von den Texten etwas oberflächlich aber ok. Nur der Schlagzeuger hat mich den ganzen Abend genervt mit seinem ploppen und klicken.<br />
 Wiglafs Texte sind wie immer: Genial bei sehr wechselndem Objekt der Betrachtung. Seine Rede ist eher ruhig, besonnen, vielleicht nachdenklich. Im Vergleich zu Roger Willemsen tritt er nicht als grosser Redner auf, der sich einfach auf die Bühne stellt und dann zwei Stunden lang frei erzählt ohne je den Faden zu verlieren. Er macht Pausen, denkt darüber nach, wie genau er es ausdrücken soll. Liest seine Texte vor. Es ist eine andere Art von Unterhaltung, ohne Witzeleien unter der Gürtelline und pseudointelektuelle Sprachhülsen. Er findet die richtigen Worte, ohne dass man ein Fremdwörterbuch benötigt um ihn zu&nbsp;verstehen.</p>
<p>Als Zugabe singt er meine beiden&nbsp;Lieblingslieder:</p>
<ul>
<li>Für&nbsp;immer</li>
<li>In 80 Phrasen um die&nbsp;Welt</li>
</ul>
<p>Aber Wiglaf, mal so unter Männern: Wenn du noch mal mitten in meinem Lieblingslied, grade wenn es vor Sentimentalität trieft, die Band vorstellst, dann bin ich dir persönlich böse.<br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Und um diesen Abend geht es: <a href="http://www.altefeuerwache.com/programm/termin/2009/januar/22/wiglaf_droste_das_spardosenterzett.html">Wiglaf Droste &amp; das Spardosenterzett am 22.01.2009 in der alten Feuerwache Mannheim</a><br />
 und noch ein <a href="http://www.morgenweb.de/service/archiv/artikel/676597505.html">Zeitungsbericht des Mannheimer&nbsp;Morgens</a>.</p>
<ul>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wiglaf_Droste">Wiglaf bei&nbsp;Wikipedia</a></li>
<li><a href="http://www.tomprodukt.de/wiglaf-droste">www.wiglafdroste.de</a></li>
<li><a href="http://de.wikiquote.org/wiki/Wiglaf_Droste">Wiglaf bei&nbsp;Wikiquote</a></li>
</ul>
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		<title>begradigt den Fluss am Hirn</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Oct 2008 14:12:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>netzhaeuter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[empfehlenswert]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
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		<category><![CDATA[wiglaf droste]]></category>

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		<description><![CDATA[Wiglaf Droste, wie soll man so jemanden Beschreiben? Zu allererst mal nicht mit blöden floskelhaften Fragen wie: &#8220;Wie soll man so jemanden Beschreiben?&#8221;. Sonst würde er mir garantiert wegen Einfallslosigkeit eins auf die Mütze geben. Begrabt mein Hirn an der Biegung des Flusses ist eine Sammlung von absurden Gedichten und anderen Kurztexten. Vor allem aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-26 alignleft" style="margin: 10px;" title="Wiglaf Droste - Begrabt mein Hirn an der Biegung des Flusses" src="http://www.netzhaeuter.de/wp-content/uploads/2008/10/droste-hirn.jpg" alt="" width="139" height="239" /></p>
<p><a title="Wiglaf Droste bei Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wiglaf_Droste" target="_blank">Wiglaf Droste</a>, wie soll man so jemanden Beschreiben? Zu allererst mal nicht mit blöden floskelhaften Fragen wie: &#8220;Wie soll man so jemanden Beschreiben?&#8221;. Sonst würde er mir garantiert wegen Einfallslosigkeit eins auf die Mütze geben.<span id="more-25"></span></p>
<p><a title="Nautilus Verlag" href="http://www.edition-nautilus.de/proc.php?buecher/droste/unt_hirn.html" target="_blank">Begrabt mein Hirn an der Biegung des Flusses</a> ist eine Sammlung von absurden Gedichten und anderen Kurztexten. Vor allem aber ist es eins: ganz und gar nicht Hirnlos. Sprachlich im gesamten Bereich zwischen intellektuellem Klugscheisser und abgefuckten Gossengelaber unterwegs steckt &#8220;Wiggi&#8221; seine Nase überall dort rein, wo es weh tut. Selbst bei der ein oder anderen belanglosen Geschichte macht es Spaß seinem Erzähldrang zu&nbsp;folgen.</p>
<p>Aber lassen wir den Meister selbst zu Wort kommen, indem ich aus dem Text &#8220;Das Topspiel der Woche mit Volkers Hilfe (Eine Einkreisung)&#8221;&nbsp;zitiere:</p>
<blockquote><p><span class="dquo">&#8220;</span>&#8230; Gern zum Beispiel kehrt man am Samstag nachmittag in ein unweit der Wohnung gelegenes Café ein, um dort die Übertragung des sogenannten &#8220;Topspiels der Woche&#8221; auf <em>premiere </em>zu verfolgen, weil man selbstverständlich kein <em>premiere </em>Abonnement hat, beziehungsweise wenn man doch eines hätte, damit beschäftigt wäre, darüber nachzudenken, was man falsch gemacht hat in seinem langweiligen Leben; es wird sich wohl um die fatale Entscheidung handeln, mit einem sogenannten Partner zusammenzuleben. Jeder Mensch, auch der prickelndste, nutzt sich durch dauerndes Bewohntwerden dermaßen ab, daß schon recht bald selbst das Fernsehen mehr Faszination verspricht: Erst kommt die Einstiegsdroge ARD/ZDF, irgendwann reicht auch &#8220;Derrick&#8221; nicht mehr, dann heißt es: Kabel her, als nächstes Video, und wenn das Ende naht, abonniert man <em>premiere</em>, und das alles nur, weil jemand sagte, es sei doch so schön, den gemeinsamen Alltag zu teilen. Die von kulleräugigen Unterprimanerinnen mit Sozialkundeleistungskurs geäußerte Behauptung, einsame Menschen würden sich vor dem Fernseher, weil Neil Postman das einmal gesagt hat, &#8220;zu Tode amüsieren&#8221; und dabei vor die Hunde gehen, ist so falsch wie alles, was kulleräugige Unterprimanerinnen mit Sozialkundeleistungskurs so behaupten; es ist im Gegenteil der permanente Sozialkontakt, der die Menschen in die Arme von Alkohol, Religion, Fernsehen und sogar <em>premiere </em>treibt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Oder aus einem anderen Text eine wunderbar aufgeklärte Betrachtung über Gott, &#8220;Wo ißt Gott (Eine säkuläre&nbsp;Spekulation)&#8221;:</p>
<blockquote><p><span class="dquo">&#8220;</span>Ob es einen Gott gibt und wo, wenn ja, im Universum er sich dann herumdrücke, ist mir, von einem nietzscheanisch-atheistisch flackernden Feuer in frühester Jugend einmal abgesehen, immer gleichgültig gewesen, denn die Antwort, wie sie auch ausfällt, ändert ja nichts: Gott ist egal, und was egal ist, darf ignoriert&nbsp;werden.&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>Fazit:</strong> Sehr unterhaltsames Buch, sprachlich weit über durchschnitt. Unbedingt&nbsp;kaufen.</p>
<p style="text-align: center;">Wiglaf Droste<br />
Begrabt mein Hirn an der Biegung des Flusses<br />
erschienen im Edition Nautilus&nbsp;Verlag
</p>
<p style="text-align: center;">
<p>Als kleiner Bonus ohne Zusammenhang mit dem Buch: &#8220;Grönemeyer kann nicht&nbsp;tanzen&#8221;</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/PI0P4KbyHxY&amp;hl=en&amp;fs=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/PI0P4KbyHxY&amp;hl=en&amp;fs=1" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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